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	<title>Patchwork Family Blog &#187; Erziehung</title>
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	<description>Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?</description>
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		<title>Entwurf zur Neufassung des JMStV, oder: Willkommen im Intranet Deutschland</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 11:52:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politisches]]></category>
		<category><![CDATA[bedenken]]></category>
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		<description><![CDATA[Derzeit wird von verschiedenen Stellen die Neufassung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags diskutiert. Leider sind die treibenden Kräfte (z.B. die KJM) hinter dem JMStV-Entwurf scheinbar nur wenig medienkompetent, denn der Entwurf umfasst &#8211; kurz gesagt &#8211; Zensurmaßnahmen weit jenseits des Zugangserschwerungsgesetzes von Frau von der Leyen. Der Entwurf zur Neufassung enthält folgendes: Sowohl Access-Provider (ISP), Hosting-Anbieter als auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Wordle: JMStV Wordle" href="http://www.wordle.net/show/wrdl/1670679/JMStV_Wordle" target="_blank"><img src="http://www.wordle.net/thumb/wrdl/1670679/JMStV_Wordle" alt="Wordle: JMStV Wordle" align="right" style="border:none"/></a></p>
<p>Derzeit wird von verschiedenen Stellen die Neufassung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags diskutiert. Leider sind die treibenden Kräfte (z.B. die KJM) hinter dem JMStV-Entwurf scheinbar nur wenig medienkompetent, denn der Entwurf umfasst &#8211; kurz gesagt &#8211; Zensurmaßnahmen weit jenseits des Zugangserschwerungsgesetzes von Frau von der Leyen.</p>
<p>Der Entwurf zur Neufassung enthält folgendes:</p>
<blockquote><ol>
<li>Sowohl Access-Provider (ISP), Hosting-Anbieter als auch Inhalte-Anbieter werden gleich behandelt und sind für die Inhalte ihrer Kunden verantwortlich.</li>
<li>Zugangs-Anbieter müssen alle ausländischen Seiten blocken, die sich nicht an die deutschen Jugendschutzbestimmungen halten. Das bedeutet den Aufbau einer Zensur-Infrastruktur, auf die man selbst in China neidisch werden würde.</li>
<li>Jeder Inhalte-Anbieter (Foren-Betreiber, Blogger, &#8230;) muss nachweisen, dass er Inhalte zeitnah entfernt, &#8220;die geeignet sind, die Entwicklung von jüngeren Personen zu beeinträchtigen&#8221;. Das ist eine Verpflichtung zur Selbstzensur.</li>
<li>Inhalte werden ähnlich wie Kinofilme und Spiele eingestuft in &#8220;ab 0 Jahre&#8221;, &#8220;ab 6 Jahre&#8221;, &#8220;ab 12 Jahre&#8221;, &#8220;ab 16 Jahre&#8221;, &#8220;ab 18 Jahre&#8221;.</li>
<li>Jeder Anbieter muss sicherstellen, dass Kindern und Jugendlichen nur Inhalte der entsprechenden Altersstufe zugänglich gemacht werden. Dazu kann er alternativ
<ol style="list-style-type: lower-latin;">
<li>ein Altersverifikationsverfahren, das von der KJM zugelassen wurde, verwenden,</li>
<li>die Inhalte nur zu bestimmten Uhrzeiten anbieten (z.B. zwischen 22 und 6 Uhr),</li>
<li>alle Inhalte mit entsprechenden Altersfreigaben kennzeichnen.</li>
</ol>
</li>
<li>Einschränkungen beim Zugang zu schwer jugendgefährdenden Inhalten bleiben davon unberührt (Porn, etc&#8230;).</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Jugendschutz ist wichtig, auch im Internet. Allerdings darf die Politik hier nicht den grundlegenden Fehler machen und das Internet mit dem Medium Rundfunk gleichsetzen. Das Internet hat als globales und weltumspannendes Netzwerk keine Sendezeit wie ein Fernseher oder ein Radio. Das Internet &#8220;sendet&#8221; rund um die Uhr in alle Teile der Welt. Um Jugendschutz nach dem Vorbild Fernsehen/Rundfunk zu erreichen, müssten wir das deutsche Internet vom Rest des Netzes entkoppeln und ein &#8220;Intranet Deutschland&#8221; einführen. China lässt grüßen. Und technisch gesehen sendet das Internet nicht einmal, sondern es stellt Inhalte auf Anfrage bereit. Die Prinzipien von Internet und Rundfunk sind demnach grundverschieden, doch scheinbar wird dies nicht erkannt, wie der Entwurf zur Neufassung der JMStV deutlich zeigt.</p>
<p>Die vielen Forenbetreiber und Blogger würden durch eine wie oben beschriebene Regelung zudem in eine massive Rechtsunsicherheit gedrängt, denn Privatpersonen ist es durch mangelnde Kenntnis nicht möglich zu beurteilen, wie die eigene Webseite eingestuft werden soll. Weiterhin sind Forenbetreiber und Blogger verpflichtet unpassende Inhalte zeitnah zu entfernen, was bedeutet, dass die Anbieter zur Zensur gezwungen werden, um rechtliche Probleme zu vermeiden. Und der Begriff &#8220;zeitnah&#8221; ist Auslegungssache, eine weitere Rechtsunsicherheit.</p>
<p>Die Access-Provider hingegen werden gezwungen ausländische Inhalte zu sperren, die nicht den deutschen Jugendschutzbestimmungen entsprechen. Hier taucht natürlich die Frage auf, welcher ausländische Inhalte-Anbieter überhaupt Interesse daran hat sich an die deutschen Regelungen zu halten. Ich vermute: Niemand. Die Folge wäre eine massive Zensur ausländischer Seiten. Nehmen wir als prominentes Beispiel doch Twitter: Hier gibt es sicherlich jede Menge Tweets, die nicht unbedingt für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Da Twitter als US Unternehmen sich nicht an die deutschen Bestimmungen halten wird, müssten die ISP Twitter komplett sperren.</p>
<p>Auch die Hosting-Anbieter träfe es hart, denn diese sollen notfalls für die Inhalte ihrer Kunden gerade stehen. Wer ein großes Rechenzentrum mal von innen gesehen hat und weiß, wieviele Server Inhalte im Netz bereitstellen wird erkennen, dass dies für die Hosting-Provider nicht leistbar und ein großes Rechtsrisiko ist.</p>
<p>Einstufungen von Webseiten nach Kriterien, wie wir sie von Videospielen und Filmen kennen erscheinen ebenso wenig sinnvoll, wenn keine tatsächliche Altersverifikation verfügbar ist. Die Einführung von Sendezeiten kann ich hingegen nur als schlechten Scherz bezeichnen. Wer Sendezeiten für das Internet fordert, hat das Internet schlichtweg nicht verstanden.</p>
<p>Ich bin der Meinung, dass nicht nur das Internet von den &#8220;klugen Köpfen&#8221;, sondern auch das wichtigste beim Thema Jugendschutz nicht verstanden wird: Jugendschutz beginnt immer bei den Eltern und bei deren Medienkompetenz. Anstatt wie leider in letzter Zeit oft üblich ein Gesetz als Flickschusterei zu verwenden, sollte an der Basis gearbeitet werden. Kinder und Eltern benötigen die nötige Kompetenz, um mit fragwürdigen Inhalten des Netzes umzugehen, es ist eine Aufgabe der Bildungspolitik hierfür die richtigen Lösungen anzubieten.</p>
<p>Schulen sollten schon früh mit der Vorbereitung der jungen Menschen auf das vielfältige Medium Internet beginnen, was leider im Moment vernachlässigt wird, weil der überalterte Lehrkörper selbst wenig Kompetenzen im Netz besitzt. Sicherlich ist unsere Gesellschaft augenblicklich im Wandel und die Generation, die mit dem Internet vertraut ist rückt nach, aber es wird wenigstens noch ein Jahrzehnt dauern, bis die neue Generation in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.</p>
<p>Eltern können auf einfach Weise ihre Kinder vor bedenklichen Inhalten im Internet schützen, sei es durch DNS oder Content Filterung, oder schlichtweg durch eine offene und gute Medienerziehung, sie müssen nur wissen wie. Informationsangebote und Schulungen wären ein besserer Weg als ein weiteres sinnloses Gesetz, das sich nicht an der Realität orientiert und unsere Entwicklung hin zur Informationsgesellschaft berücksichtigt und begreift.</p>
<p>Dies führt auch unweigerlich zu der Frage, ob der Jugendmedienschutz in Deutschland überhaupt sinnvoll geregelt ist. Immerhin ist es auch heute möglich, dass ein 14-Jähriger einen Film mit einer &#8220;ab 18&#8243; Freigabe sieht, wenn die Eltern den Fernsehkonsum nicht kontrollieren. Der Jugendmedienschutz ist in Deutschland bis auf den Computerspiele-, Zeitungsverkauf und die Videotheken weitgehend ein virtueller Schutz, denn letztendlich obliegt es nicht einer Behörde oder anderen Staatlichen Einrichtung den Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen zu beschränken, sondern den Eltern. Leider bietet der virtuelle Schutz aber auch den gefährlichen Anreiz sich als Elternteil geschützt zu fühlen, obwohl dies tatsächlich nicht der Fall ist.</p>
<p>Anstatt nun über den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag und seine Neufassung zu diskutieren, sollten wir vielleicht besser darüber diskutieren, wer das Zepter beim Jugendschutz letztendlich in der Hand hat, und wie wir hier Verbesserungen erreichen können.</p>
<p>Klar ist im Moment jedenfalls nur eine Sache: Die Neufassung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags ist für alle Beteiligten ein grandioses Werk von Bullshit und muss unbedingt verhindert werden, wenn wir weiterhin ein freies Netz wollen.</p>
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		<item>
		<title>Die Ubermamas und Ubersekretärinnen und der Kontrollwahn der Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 14:58:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[eltern]]></category>
		<category><![CDATA[kinder]]></category>
		<category><![CDATA[schule]]></category>
		<category><![CDATA[ubermamas]]></category>

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		<description><![CDATA[Früher war das doch so: Wenn ein Kind krank war, dann ist es einfach nicht in die Schule gegangen. Anrufen? Wie denn, in Zeiten, in denen noch nicht jeder Haushalt über ein Telefon verfügte. Bei erfolgter Gesundung wurde dem Kind eine Entschuldigung geschrieben, diese wurde im Sekretariat der Schule abgegeben und alles war gut. Heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Früher war das doch so: Wenn ein Kind krank war, dann ist es einfach nicht in die Schule gegangen. Anrufen? Wie denn, in Zeiten, in denen noch nicht jeder Haushalt über ein Telefon verfügte. Bei erfolgter Gesundung wurde dem Kind eine Entschuldigung geschrieben, diese wurde im Sekretariat der Schule abgegeben und alles war gut.</p>
<p>Heute hingegen fordern die Schulen ein, dass angerufen wird, sollte das Kind nicht zur Schule kommen können. Soweit so gut und kein Problem. Aber wenn ein Kind aufgrund von Grippewellen über ein paar Wochen des öfteren krank ist, dann darf man sich von den Ubersekretärinnen inzwischen schon ein genervtes und unterschwellig anklagendes &#8220;und warum diesmal?&#8221; anhören. &#8220;Hallo? Geht dich das vielleicht einen Scheißdreck an? Wenn mein Kind krank ist, dann ist es krank!&#8221;, möchte man dann gerne sagen. Dieser abfällige Ton vom Fräulein im Ubersekretariat muss echt nicht sein. Mit drei Kindern hat man doch gerade im Herbst genug um die Ohren, als das irgendwelche Menschen das Recht hätten die Eltern dafür zu verurteilen, dass ein Kind eine Grippe, Halsschermzen, oder Brech-Durchfall hat.</p>
<p>Und dann gibt&#8217;s da auch noch die Spezies Ubermama, das sind die Mütter, deren Kindern mit 3 Monaten schon laufen, bis 100 zählen und alleine auf&#8217;s Töpfchen gehen konnten. Das sind die Mütter, die immer von oben herab auf die Erziehungsmethoden anderer schauen, denn nur die eigenen meist sehr engen Methoden sind ja die richtigen. Das wichtigste für die Ubermama ist, dass ihr Kind den eigenen Vorstellungen entspricht, die Wünsche des Kindes werden geflissentlich ignoriert und das Kind in die Schubladendenkstrukturen von Ubermama gepresst. Was aus diesen Kindern mal wird? Entweder saucoole Rebellen, weil sie irgendwann kapieren, dass Ubermama falsch lag, als sie sagte, dass Jungs nicht mit Puppen und Mädchen nicht mit Spielzeugautos spielen, oder sie treten mit 16 der Jungen Union bei und werden genauso spießig wie ihre Eltern. Letzteres wird aber wohl häufiger der Fall sein, denn ich konnte schon einige Male beobachten, dass die Kinder der Ubermamas ganz gerne mal andere Kinder dissen und genau so von oben herab behandeln, wie die Eltern das bei manch anderem Erwachsenen machen. Gelernt ist eben gelernt.</p>
<p>Ich denke, wir leben inzwischen in einer Gesellschaft, die in weiten Teilen einem Kontrollzwang unterliegt. Manchmal machen diese Kontrollen durchaus Sinn, z.B. bei Lebensmitteln oder Spielsachen, aber viele Kontrollen sind künstlich und aufgesetzt, unnötig, werden nur scheinbar gebraucht. Grund könnte die ständige Erreibarkeit und stärkere Vernetzung durch neue Medien sein. Wenn das Kind krank ist und die Eltern die Schule nicht informieren, dann kommt hinterher die anklagende Frage: &#8220;Warum haben Sie denn nicht angerufen, haben Sie kein Händie?&#8221;.<br />
Und die Ubermuttis unterwerfen sich dem Kontollzwang, weil sie eingefahrene Strukturen als Wahrheiten wahrnehmen, denn man macht ja dies nicht, und jenes erst recht nicht. Das hat sie ja mal in einem Erziehungsratgeber aus den 70ern gelesen. Was dabei auf der Strecke bleibt? Die Kinder, der soziale Zusammenhalt, die Freiheit.</p>
<p>Auch der EU-Bürokratismus steuert seinen Teil dazu bei. Jetzt sollen deutsche Bäcker dazu gezwungen werden nur noch eine bestimmte Menge Salz im Brot verwenden zu dürfen.</p>
<p>Komisch, jetzt esse ich schon seit 32 Jahren Brot und ich lebe noch. Wie konnte das nur passieren? Überhaupt frage ich mich, wie aus mir etwas werden konnte, wo doch meine Mama nicht in der Schule angerufen hat, wenn ich krank war, und auch nichts dagegen hatte, dass ich mit meiner Schwester zusammen mit ihrem Puppenhaus gespielt habe. Und scheiße, ich war ein schwieriges Kind, aber holla. Aber vielleicht hat&#8217;s bei mir letztendlich gut hingenhauen, weil ich eben keine Ubermama und auch keinen Uberpapa habe. Und vielleicht, weil es damals noch keine Ubersekretärinnen gab.</p>
<p>Von den Spezies Uberarzthelferinnen, Ubererzieherinnen, Uberomas und Uberneuefreundinnen des Ex-Partners erzähle ich dann beim nächsten mal.</p>
<p>PS: Dieser Beitrag spiegelt nur teilweise meine eigenen Erfahrungen wieder und basiert auch auf Steffis Erzählungen.</p>
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		<title>Braucht Infotainment in Print und TV eine FSK Freigabe?</title>
		<link>http://patchwork-family-blog.de/braucht-infotainment-in-print-und-tv-eine-fsk-freigabe/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 15:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Problematisch]]></category>
		<category><![CDATA[fsk]]></category>
		<category><![CDATA[infotainment]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter Infotainment versteht man laut Wikipedia die unterhaltsame Vermittlung von Bildungsinhalten und Scheinwissen, das den Anspruch erhebt, Bildungsbestandteil zu sein. Eine ziemlich treffende Beschreibung, wenn ich mir Formate wie Galileo, Wunderwelt Wissen, Welt der Wunder oder ähnliches betrachte. Wenn es beim reinen Infotainment, also der unterhaltsamen Präsentation von wissenschaftlichen Fakten, bleiben würde, dann hätte diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter Infotainment versteht man laut Wikipedia die unterhaltsame Vermittlung von Bildungsinhalten und Scheinwissen, das den Anspruch erhebt, Bildungsbestandteil zu sein. Eine ziemlich treffende Beschreibung, wenn ich mir Formate wie Galileo, Wunderwelt Wissen, Welt der Wunder oder ähnliches betrachte. Wenn es beim reinen Infotainment, also der unterhaltsamen Präsentation von wissenschaftlichen Fakten, bleiben würde, dann hätte diese Form der Unterhaltung wirklich eine Existenzberechtigung. Ein positives Beispiel für eine gelungene und ausgewogene Mischung aus Unterhaltung und Wissensvermittlung ist in meinen Augen die Sendung <a href="http://www.wdr.de/tv/quarks/">Quarks und Co</a>. Wo wir auch schon bei des Pudels Kern sind.</p>
<p><span id="more-213"></span></p>
<p>Unser jüngstes Patchwork-Familien Mitglied (10 Jahre) ist aufgeweckt, neugierig und wissbegierig und schaut deswegen gerne die oben genannten Sendungen. Leider kann er in seinem Alter aber noch nicht so gut differenzieren, was man von den Dingen, die da so verzapft werden besser nicht ernst nimmt. Wenn diese schrecklichen Infotainment-Magazine nun berichten, dass 2012 möglicherweise die Welt unter geht, oder dass es in Deutschland ein großes Erdbeben geben wird, oder ein Wirbelsturm über uns hereinbrechen wird, dann nimmt sich der Kleine das zu Herzen. Erst gestern Abend stand er nach dem zu Bett gehen nochmal auf, kam zu uns ins Schlafzimmer und sagte uns, er könne nicht schlafen, weil er sich Sorgen machen würde, das 2012 die Welt untergehen wird. Ich konnte ihn dann recht schnell davon überzeugen, dass er sich nicht Sorgen müsse, indem ich ihm in etwa erzählte, was ich <a href="http://thegeek.de/esoterikspinner-unter-sich">hier als Glosse formuliert habe</a>, also die schlichte Tatsache, dass die Welt schon ziemlich oft untergehen sollte und es nie passiert ist. Das hat er glücklicherweise sofort verstanden, aber bei anderen von Galileo und Co verbreiteten Horror-Szenarien war es teilweise schwieriger ihn davon zu überzeugen, dass es sich dabei einfach um Bullshit handelt.</p>
<p>Das Thema kann aber nicht eindimensional betrachtet werden, da die Eltern ja in der Hand haben, was die Kinder sich im Fernsehen ansehen, oder welche Zeitschriften sie lesen. Zumindest bis zu einem gewissen Alter. Dabei gibt es verschiedene mögliche Ansätze: Entweder das Anschauen gewisser Sendungen nicht erlauben &#8211; mit entsprechender nachvollziehbarer Begründung, oder es tolerieren und die schwierigen Themen gemeinsam reflektieren. Ob nun das eine oder das andere richtig ist, vermag ich nicht zu beurteilen, das hängt von zu vielen Kriterien und den beteiligten Menschen ab. Bei uns wird jedenfalls, auch wenn es nicht immer einfach ist, kritisch reflektiert, erklärt und erläutert. Es wäre mir zwar lieber, der Kleine würde erkennen, dass diese Formate mehr unterhaltenden als bildenden Charakter haben, aber vielleicht braucht es dazu einfach noch Zeit und mehr Reife.</p>
<p>Trotzdem erlaubt das Thema die Frage, ob diese Infotainment-Formate eigentlich einer <a href="http://www.spio.de/index.asp?SeitID=18">FSK-Prüfung</a> standhalten würden. Die FSK (Freiwillige Kontrolle der Filmwirtschaft) geht erst ab einem Alter von 16 Jahren von einer entwickelten Medienkompetenz aus. FSK ab 16 eingestufte Inhalte dürfen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Altersfreigabe#Film_und_Fernsehen">im deutschen Fernsehen</a> erst ab 22 Uhr gezeigt werden, FSK ab 12 Inhalte erst ab 20 Uhr. Die oben angesprochenen Magazine laufen vor 20 Uhr, demnach wären Sie für alle Altergruppen geeignet, denn Sendungen ohne Altersbeschränkung und auch Sendungen ab 6 Jahren dürfen zu jeder Tages- und Nachtzeit gezeigt werden.</p>
<p>Ob die genannten Infotainment-Magazine wirklich keine Alterbeschränkung bekämen, bezweifele ich.</p>
<p>Vorwerfen kann man den Produzenten dieser Formate allerdings nur die etwas unterirdische Qualität, die letztendlich aber auch Geschmackssache ist. Medienerziehung ist und bleibt &#8211; eine sehr wichtige &#8211; Sache der Eltern und nicht die der Fernsehsender. Trotzdem wäre etwas mehr &#8220;Info&#8221; und weniger &#8220;tainment&#8221; in meinen Augen wünschenswert. Es schauen schließlich auch Kinder zu.</p>
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		<title>Eine Art von Erziehungsplan</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 16:58:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[absprachen]]></category>
		<category><![CDATA[kinder]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich denke in einer Patchwork-Familie ist es wichtig, dass es für die Erziehung der Kinder eine Art Plan gibt, eine Übereinkunft, mit der beide Partner einverstanden sind. Da ich selbst keine Kinder mit in unsere Beziehung gebracht habe, ist es bei uns etwas einfacher und es hat sich so eingespielt, dass ich die Erziehung die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich denke in einer Patchwork-Familie ist es wichtig, dass es für die Erziehung der Kinder eine Art Plan gibt, eine Übereinkunft, mit der beide Partner einverstanden sind. Da ich selbst keine Kinder mit in unsere Beziehung gebracht habe, ist es bei uns etwas einfacher und es hat sich so eingespielt, dass ich die Erziehung die Steffi vorgibt behutsam unterstütze, was gut funktioniert und sicherlich auch den Kindern entgegenkommt.</p>
<p>Wenn ich mir aber nun vorstelle, dass einer der Partner eine andere Erziehungsstrategie verfolgt als der Andere, dann sind Probleme wohl vorprogrammiert. Nicht nur die Partner würden darüber in Streit geraten, auch für die Kinder wäre es nicht gut, wenn es keine klare Linie gibt, an der sie sich orientieren können.</p>
<p>Am Anfang unserer Beziehung habe ich mich sehr stark zurückgehalten, was in meinen Augen auch der richtige Weg war, denn inzwischen stellen sich ganz automatisch für mich kleine Erfolgserlebnisse ein, wenn eines der Kinder mich mal fragt, ob es etwas Süßes oder an den Computer darf. Das machen sie natürlich nur, wenn die Mutter nicht greifbar ist, aber sie machen es. Es hat zwar lange gedauert an diesen Punkt zu gelangen, aber die ausdauernde Zurückhaltung hat sich so gesehen gelohnt.</p>
<p>Steter Tropfen höhlt den Stein. Oder anders gesagt: Einfach da sein und zuhören.</p>
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