Der Dacia Sandero ist da
Was für eine Freude, Steffi hat seit Mittwoch wieder ein Auto. Obwohl ich selbst ja überzeugter Motorradfahrer bin und den Besitz eines eigenen PKWs ablehne, ist ein fahrbarer Untersatz für eine Familie unerlässlich. Wie sehr sich unsere Gesellschaft inzwischen auf die Fortbewegung mit dem Kraftwagen ausgerichtet hat, konnten wir in den letzten Monaten – wo uns gar kein eigenes Auto mehr zur Verfügung stand – selbst erleben.
Eines der größten Probleme war das Einkaufen. Es gibt den kleinen Krämerladen in der Nachbarschaft einfach nicht mehr, selbst in Kleinstädten verlagert sich das Kaufen von Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs schon seit geraumer Zeit in die Einkaufszentren und großen Supermärkte. Klar, schließlich hat ja fast jeder ein Auto und kann “mal eben” einkaufen fahren. Wer kein Auto hat kann höchstens den Bus nehmen und darf eben nur kaufen, was mit den eigenen Händen noch tragbar ist. Kiste Bier? Nee, dann doch lieber den Sixpack. Klopapier? Dann bitte die Single Packung. Katzenstreu? Den kleinen Beutel – um nur mal einige Beispiele zu nennen. Jede Familie weiß: Keine Großpackungen zu kaufen geht ins Geld, denn die kleinen Verpackungseinheiten sind im Endeffekt teurer.
Als ich alleine war, haben mir die Motorräder völlig ausgereicht, um für mich einkaufen zu können, aber die Situation hat sich ja verändert und ich muss zugeben: Ich bin froh, dass Steffi nun wieder einen Wagen hat, weil es viele Dinge vereinfacht. Wir müssen so oder so schon immer viel planen und entscheiden und die nächsten Wochen werden stressig genug. Der Umzug, die Renovierung, Steffis Umschulung beginnt … ohne Auto wäre das alles sehr schwierig geworden.
Und der Dacia Sandero ist für den Preis wirklich in Ordnung. Der Innenraum ist natürlich von Plastik geprägt und eine Ausstattung wie sie bei anderen Herstellern serienmäßig vorhanden ist sucht man vergeblich, aber genau das finde ich persönlich sogar gut. Aus meiner Erfahrung mit meinen Motorrädern weiß ich: Was nicht dran ist, kann auch nicht kaputt gehen. Elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Zentralverriegelung und sonstige Schnörkel finde ich überflüssig. Weniger Gewicht bedeutet weniger Verbrauch.
Die Fahrleistungen des Dacia sind gut, die 75 PS reichen völlig aus, um das Auto schön zu beschleunigen. Die Lenkung ist präzise, das Fahrweg angenehm und die Bremsen packen gut zu. Auch die Sitze sind sehr bequem und scheinen aus robustem Material zu sein. Die Cockpitanzeigen sind entsprechend übersichtlich, aber durchaus ansprechend: Drehzahlmesser, digitale Tankanzeige und Kontolleuchten und ein großer gut lesbarer Tacho. Der Innenraum selbst ist großzügig und für eine fünfköpfige Familie ausreichend dimensioniert, der Kofferaum ebenso. Dabei ist die Optik doch gefälliger als erwartet, in dunkelblau metallic sieht er wirklich chiq aus der Kleine. Das einzig nervige ist der Ton beim Blinken, ein helles Piepen, wie man es auch von blinkenden Rollern kennt, nur nicht ganz so laut, aber trotzdem unpassend. Aber egal. Gewohnheitssache.
Wenn ich mir nun den Neupreis von 7.500 € ansehe (mit Umweltprämie ja nur 5.000 €), dann stimmt in meinen Augen hier das Preis-/Leistungsverhältnis. Ein gutes, bezahlbares Auto. Und nur ein Auto. Mehr nicht.
Der alte Opel ist nun bereits auf dem Schrott und der Händler bekommt direkt und ohne Umwege die Prämie. Bleibt nur weitehrin zu hoffen, dass die Arbeitsagentur uns daraus nicht einen Strick dreht und wirklich so verfährt wie bereits einige Male geschehen. Doch es gibt Hoffnung, denn erste Gerichtsurteile liegen vor: Das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt hat gegen die Arge entschieden, die einer Frau die Abwrackprämie tatsächlich als Einkommen angerechnet hat. Riesen Sauerei übrigens, an der sich auch schön aufzeigen lässt, wie unsere Politiker so ticken: Die CDU hat ganz klar gefordert, die Umweltprämie dürften ALG II Empfänger nicht bekommen. So ist das wohl, wenn der Sinn für die Realität im eigenen Land völlig verloren geht. Die SPD hat nichts dagegen getan, nur ein wenig rumgejammert und die Opposition konnte einfach nichts ändern.
Aber bald ist ja Wahl. Wer keine Zweiklassengesellschaft möchte, in der einige Wenige viel haben und ganz Viele wenig, der weiß was er wählt.


