Die Suche nach geeignetem gemeinsamem Wohnraum

Mittwoch, 20 Mai 2009 | Kategorie: Wohnen | Von: Marc
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Gestern haben Steffi und ich uns ein Haus angesehen, das zur Miete frei ist. Tja, was soll ich sagen: Perfekt. Das Haus ist Baujahr 1992 und in einem super Zustand, mit Garage und zudem bietet es genau die Anzahl an Räumen, die wir brauchen. Drei Zimmer für die Kinder, ein Schlafzimmer für uns, zwei Badezimmer und noch ein schönes Wohnzimmer.
Die derzeitige Situation ist auf Dauer nicht mehr tragbar: Damit die Kinder ihr eigenes Zimmer haben, verzichten wir auf ein Schlafzimmer und pennen im Wohnzimmer auf der Couch. Die Wohnung von Steffi ist viel zu klein für 5 Personen, Privatsphäre gibt es nur eingeschränkt.

Leider ist es aber wirklich nicht einfach geeigneten Wohnraum für 5 Personen zu finden, egal ob zur Miete oder zum Kauf. Die Angebote sind spärlich gesäht und manchmal auch schlichtweg überteuert. Und wenn dann ein Haus gefunden ist, bedeutet das ja noch lange nicht, dass der Vermieter auch den Zuschlag gewährt – und bei solchen Objekten gibt es meistens mehrere Interessenten und die Vermieter können sich den Mieter, den sie für den geeignetsten halten heraussuchen. Da sieht es bei uns natürlich schlecht aus: Patchwork-Familie, nur ein Einkommen zuzüglich Kindergeld für die Drei und Unterhalt für ein Kind.

Gestern Abend haben wir dann direkt noch den “Interessenten Bogen” ausgefüllt und heute mit der Wohnungsgenossenschaft telefoniert: Wir sollen das Schriftstück am Montag – am Besten bereits mit Gehaltsabrechnungen – einreichen.

Das Haus kostet an Warmmiete plus Strom rund 1000 € pro Monat was für uns definitiv finanzierbar ist, da ich das Glück habe relativ gut zu verdienen. Die Frage ist nur, ob die Wohnungsgesellschaft das auch so sieht. Wir werden sehen.

Schön wäre es jedenfalls. Endlich alle unter einem Dach.

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Familie = Zwei Erwachsene, zwei Kinder

Mittwoch, 15 April 2009 | Kategorie: Alltägliches | Von: Marc
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Gestern waren wir im Sealife in Oberhausen. Da Steffis Auto ja nun definitiv das Zeitliche gesegnet hat, fuhren wir mit dem Auto meines Bruders, das er uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte. Der Besuch im Sealife war dann wirklich nett, dauerte aber nur knapp über eine Stunde, dann hatten wir alles gesehen, was es zu sehen gab. Also was nun?

Neben dem Centro in Oberhausen fanden wir dann noch eine Kirmes, oder einen kleinen Vergnügungspark, irgendwie sowas, jedenfalls mit festen Eintrittspreisen.

Die Preistafel fand ich dann doch etwas peinlich: “Familienticket (2 Erwachsene, 2 Kinder) – 39,80 €”

Verdammt, Steffi hat ein Kind zuviel. Wie schändlich!

Ich fand es jedenfalls einfach nur scheiße albern… vielleicht sollten die Betreiber lieber auf die Preistafel “Durchschnittsfamilienticket” schreiben – 1,4 Kinder pro Familie.

Bleibt nur zur hoffen, dass der Durchschnittswert der Kinder pro Familie nicht noch weiter fällt. Sonst wird irgendwann nicht mehr “großzügig” nach oben gerundet, sondern das Ganze mathematisch korrekt nach unten korrigiert: “Familienticket (2 Erwachsene, 1 Kind)”.

Total daneben, zumal wir dann nicht mehr in den Vergnügungspark gehen konnten, weil das Geld nicht mehr gereicht hat.

Familienunfreundliche Unterhaltung für Familien.

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Patchwork-Familien und die Sache mit der Gleichbehandlung

Mittwoch, 15 April 2009 | Kategorie: Alltägliches | Von: Marc
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Was mir in der letzten Zeit gelegentlich auffiel ist die Tatsache, dass Patchwork-Familien nicht immer als “richtige Familien” angesehen werden. Akut ist mir das bei meiner diesjährigen Urlaubsplanung aufgefallen, in der ich natürlich versuche meinen Urlaub in die Ferien zu legen, so wie es bei einer Familie eben einfach Sinn macht. Was soll ich Urlaub nehmen, wenn die Kinder zur Schule gehen?

Es ist zwar nicht so, dass offen gesagt würde, dass unsere Familie nicht als Familie zähle, aber es gibt da auch immer einen gewissen Teil der Kommunikation, der unausgesprochen bleibt – ein komisches Gefühl, das bleibt.

Das führt natürlich unweigerlich zur Definition von Familie, die vor 20 Jahren sicherlich noch eine Andere war als heute. Es wird Zeit, dass sich in den Köpfen der Menschen etwas ändert – vorallem in Zeiten, in denen jede zweite Ehe geschieden wird. Klar sind Steffis Kinder nicht meine Kinder, aber sind wir deswegen weniger Familie, als wäre ich der leibliche Vater? Ich denke nicht. Ich habe auch ein Recht auf gemeinsame Unternehmungen oder gemeinsame Urlaube, schließlich habe ich mich doch dazu entschieden und ich finde meine Entscheidung sollte auch von meinen Arbeitskollegen respektiert werden.

Es wird ja auch respektiert, aber mit einem leicht schalen Beigeschmack. Manchmal – und meiner Empfindung nach.

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Neuigkeiten in Sachen Abwrackprämie

Mittwoch, 1 April 2009 | Kategorie: Politisches | Von: Marc
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Nach langem Überlegen haben wir vielleicht einen guten Weg gefunden das Problem mit der Abwrackprämie, die bei Hartz 4 Empfängern ja leider als Einkommen angerechnet wird  zu regeln. Wir versuchen nun den Kaufpreis des Dacia Sandero über die Hausbank aufzunehmen und uns die Möglichkeit offenzuhalten den Kredit um 2.500 € aufzustocken, falls die Arge die Leistung kürzt.

Nach Rücksprache mit einer Freundin, die als Arbeitsvermittlerin tätig ist hat sich übrigens bestätigt, dass die Arge die Leistung voll kürzen kann, auch wenn das Geld nicht an den Leistungsempfänger, sondern an das Autohaus gegangen ist – was nebenbei erwähnt ganz schön unverständlich ist, schließlich ist das Geld ja nicht verfügbar.

Wenn also die Arge daher kommt und Leistungen kürzt, müssen wir den Kredit bei der Bank aufstocken, um den Lebensunterhalt zu sichern. Im Falle der Kürzung legt Steffi dann natürlich Widerspruch ein und strengt eine Klage an, denn vor einem Gericht wird diese Praxis nicht standhalten. Wenn die Klage durch ist, muss die Arge die Kürzungen zurückzahlen, diese können dann für die Tilgung des aufgestockten Kredits verwendet werden. So zumindest der Plan – wir hoffen, dass die Hausbank mitspielt, wenn wir die Situation genau erklären.

Sollte die Arge hingegen keine Kürzung veranlassen, dann ist alles gut – so richtig glaube ich zwar nicht daran, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Trotzallem ist das unnötiger Hirnfick seitens unserer Bürokratie. Die Abwrackprämie ist und bleibt eine zweckgebundene Einnahme und ist nicht abzugsfähig. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

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Die Sache mit der Abwrackprämie und Hartz 4

Montag, 30 März 2009 | Kategorie: Politisches | Von: Marc
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Steffi fährt einen fast 20 Jahre alten Opel Astra, der – wie bei diesen Baujahren üblich – natürlich total vom Rost zerfressen ist. Der TÜV läuft bald ab und nochmal wird es dieses Auto nicht schaffen, zumal auch noch andere Dinge repariert werden müsssen, wie Querlenker, Bremsen und geschweißt werden muss auch. Deshalb der Plan: Den Opel verschrotten und die Abwrackprämie kassieren und den Dacia Sandero für einen Preis von 5.000,- finanzieren. Dies würde zu einer monatlichen Belastung von rund 100 Euro führen, wobei natürlich durch den Neuwagen auch sehr viele Kosten gespart würden: Weniger Sprit, 2 Jahre steuerfrei und die Vollkasko- ist 200 Euro billiger als die Haftpflichtversicherung des Opels. Es würde sich also rechnen und finanziell wäre die Belastung tragbar.

Gesagt getan: Ab zu Dacia, kalkuliert, Finanzierung passt, unterschrieben. Doch was müssen wir da nun in der Zeitung lesen? Für Hartz 4 Empfänger wird die Abwrackprämie als Einkommen gezählt, welches berücksichtigt werden muss. Sprich: Das Hartz 4 kann um den Betrag von 2.500 Euro gekürzt werden. Was das bedeutet ist klar: Steffi muss wenn das nicht innerhalb der nächsten 10 Tage geändert wird vom Vertrag zurücktreten und weiter die alte Gurke fahren und sich dann wohl wieder einen kostenintensiven Gebrauchtwagen zulegen, der wieder nur 2 Jahre durchhält. Danke die Damen und Herren Politiker. Ihr habt ja mal wieder richtig gut verstanden, wie es in der Realität aussieht.

Ich persönlich besitze kein Auto, weil ich Motorradfahrer bin, von daher ist mir das mit dem ganzen Autowahn eigentlich egal, aber sobald Kinder im Spiel sind wird es ohne Auto wirklich sehr schwierig. Freizeit- und Vereinsaktivitäten, die Schule und der ganz simple Großeinkauf für einen 5 Personen Haushalt sind ohne Auto schwierig zu realisieren. Die Kinder von Hartz 4 Empfängern dürfen nun wieder darunter leiden, wenn es in unserer Gesellschaft mal wieder ungerecht zugeht. Warum müssen die Kinder die Leidtragenden sein? Ich finde sowas ganz offen gesagt zum kotzen und ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Und die Härte überhaupt: Steffi macht bald endlich eine Umschulung in Dortmund, sie muss dafür täglich ungefähr 80 Kilometer fahren, aber ohne vernünftiges Auto kann sie das vergessen und die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel im Sauerland ist nicht besonders gut und sehr zeitraubend. Ich bin berufstätig, wer betreut dann die Kinder, wenn Steffi zwei Stunden täglich mit dem Öpnv unterwegs ist?

Es bliebe noch die Möglichkeit es darauf ankommen zu lassen und im Falle der Kürzung der ALG II Bezüge Widerspruch einzulegen und zu klagen, aber wie es aussieht würde in dem Fall die Leistung, die durch das Arbeitsamt die Agentur für Arbeit erbracht wird trotzdem gekürzt, auch während eines laufenden Verfahrens. Was es bedeuten würde, wenn einer alleinerziehenden Mutter mit drei Kindern die Leistung so drastisch gekürzt würde… nun, eine frustrierende und verfahrene Situation.

Eine Freundin von mir ist bei der Arge beschäftigt, wir wollen sie heute Abend anrufen und fragen, was wir tun können. Hoffentlich kommt etwas positives dabei heraus.

Zum Abschluss noch ein schönes Zitat von Minister Scholz, der entgegen vieler Stimmen vom Fach ablehnt die Abwrackprämie als zweckgebundenes und somit nicht abzugsfähiges Einkommen zu werten: “Uns geht es auch um die Menschen ganz unten” (Quelle).

Soll ich jetzt lachen?

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Gemeinsame Unternehmungen mit der gesamten Familie

Freitag, 20 März 2009 | Kategorie: Erfahrungen, Rund um die Kids | Von: Marc
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Am Anfang war das gar nicht so einfach plötzlich Bestandteil einer Familie zu sein, da ich was soziale Verbindungen betrifft eher vorsichtig bin. Es braucht ein wenig, bis ich “warm werde” und offen bin. Nun ist es aber nunmal so, dass eine Patchwork Beziehung zum Scheitern verurteilt ist, wenn die Kinder nicht auch irgendwann hinter der Sache stehen, oder wenigstens mit der Situation kein Problem haben, denn eine Partnerschaft über das Wohl der Kinder zu stellen empfände ich als egoistisch und nicht richtig.

Da liegt es dann sinnbildlich gesprochen am neuen Partner auf die Kinder zuzugehen, ihnen vorsichtig die Hand zu reichen und sie zu begrüßen. Wichtig sind gemeinsame Unternehmungen mit dem Partner und den Kindern, damit habe zumindest ich positive Erfahrungen gemacht. Es ist dann nicht nur so, dass der Partner oder die Kinder davon profitieren, nein auch selbst wird so die Bindung stärker und es entwickelt sich schneller Vertrauen. Auch Selbstvertrauen.

Wir sind letzten Sommer mit den Kids öfter’s mal Minigolfen gewesen, oder ich habe Jeden mal auf dem Motorrad mitgenommen, haben zusammen gegrillt, oder auch mal alle in meiner Wohnung übernachtet. Das hat wirklich dabei geholfen enger zusammen zu wachsen und einander zu respektieren.

Aber Geduld gehört auch dazu und natürlich manchmal starke Nerven und ein gesundes Maß der Fähigkeit bestimmte Dinge zu ignorieren. Und darin bin ich glücklicherweise ganz gut. :-)

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