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	<title>Patchwork Family Blog &#187; Erziehung</title>
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	<description>Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?</description>
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		<title>Zum ersten Mal enttäuscht von der Piratenpartei [Update]</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 00:53:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rund um die Kids]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute Abend habe ich beim Piratenradio ein wenig zum Thema der geplanten Änderung der Jugendmedienschutz-Staatsvertrags gesprochen. Die Unterhaltung ging schließlich auch in die Richtung, wie wir das Thema Jugendschutz in unserer Familie angegangen haben. Als ich dann erzählte, dass der Jüngste (10 Jahre) via OpenDNS abgesichert wird, und die beiden Ältesten (14, 17 Jahre) vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Abend habe ich beim Piratenradio ein wenig zum Thema der geplanten Änderung der Jugendmedienschutz-Staatsvertrags gesprochen. Die Unterhaltung ging schließlich auch in die Richtung, wie wir das Thema Jugendschutz in unserer Familie angegangen haben. Als ich dann erzählte, dass der Jüngste (10 Jahre) via OpenDNS abgesichert wird, und die beiden Ältesten (14, 17 Jahre) vor dem &#8220;online gehen&#8221; fragen müssen, gab es auf Twitter und auch später im Piratenradio mir ziemlich unverständliche Proteste.</p>
<p>Ganz ehrlich: Ich kann einem 10-Jährigen keinen uneingeschränkten Zugriff auf das Internet gewähren ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Im Internet gibt es dafür zuviel Scheiße, die ein 10-Jähriger, selbst wenn ich es mit ihm reflektierend bespreche, nicht wirklich einordnen kann. Und das ein Jugendlicher nicht mehr als X Stunden vor dem Rechner verbringen sollte, um den Bezug zur Realität nicht zu verlieren, oder seine Pflichten zu vernachlässigen, das verstehe ich persönlich als selbstverständlich. Gerade, wenn wie bei unseren Dreien ein ADS vorliegt.</p>
<p>Ich vermute, dass die Personen, die diese Regeln unserer Erziehung kritisierten selbst keine Kinder haben und daher die Situation vermutlich nicht wirklich nachvollziehen können. Jedenfalls hat mich das Unverständnis und die Unreflektiertheit der Anschuldigungen schon getroffen. Steffi sagte dazu: &#8220;Ein Kleinkind schicke ich auch nicht zum spielen auf die Straße, ein Kleinkind weiß ja nicht was Verkehr bedeutet.&#8221;</p>
<p>Meine Kernaussage war und ist: Jugendmedienschutz fängt bei den Eltern an. Und das heißt nicht nur offen gegenüber den Themen Sexualität und allem was damit zusammenhängt sein, sondern auch, dass es Regeln und Grenzen gibt. Ich spiel immerhin seit Jahren World of Warcraft. Ich weiß wie gefährlich sowas sein kann.</p>
<p>Aber okay, lassen wir unsere Kids doch vor den Computern rumnerden und zu Kellerkindern verkommen. Hauptsache ich habe ihr Internet nicht zensiert.</p>
<p>#FAIL #PIRATEN-</p>
<p><strong>[Update]</strong></p>
<p>In der Aufgewühltheit der Ereignisse habe ich mich zu einer etwas reißerischen Überschrift hinreißen lassen. Ich relativiere das und reduziere es auf &#8220;enttäuscht über einige Meinungen von Anhängern der Piratenpartei&#8221;. Wobei wir über Twitter die Sachlage inzwischen auch bereits weitgehend ausdiskutiert haben. Trotzdem denke ich, dass wir als Piraten uns diesem Thema annehmen und darüber diskutieren sollten.</p>
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		<title>Die Ubermamas und Ubersekretärinnen und der Kontrollwahn der Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 14:58:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[eltern]]></category>
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		<description><![CDATA[Früher war das doch so: Wenn ein Kind krank war, dann ist es einfach nicht in die Schule gegangen. Anrufen? Wie denn, in Zeiten, in denen noch nicht jeder Haushalt über ein Telefon verfügte. Bei erfolgter Gesundung wurde dem Kind eine Entschuldigung geschrieben, diese wurde im Sekretariat der Schule abgegeben und alles war gut. Heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Früher war das doch so: Wenn ein Kind krank war, dann ist es einfach nicht in die Schule gegangen. Anrufen? Wie denn, in Zeiten, in denen noch nicht jeder Haushalt über ein Telefon verfügte. Bei erfolgter Gesundung wurde dem Kind eine Entschuldigung geschrieben, diese wurde im Sekretariat der Schule abgegeben und alles war gut.</p>
<p>Heute hingegen fordern die Schulen ein, dass angerufen wird, sollte das Kind nicht zur Schule kommen können. Soweit so gut und kein Problem. Aber wenn ein Kind aufgrund von Grippewellen über ein paar Wochen des öfteren krank ist, dann darf man sich von den Ubersekretärinnen inzwischen schon ein genervtes und unterschwellig anklagendes &#8220;und warum diesmal?&#8221; anhören. &#8220;Hallo? Geht dich das vielleicht einen Scheißdreck an? Wenn mein Kind krank ist, dann ist es krank!&#8221;, möchte man dann gerne sagen. Dieser abfällige Ton vom Fräulein im Ubersekretariat muss echt nicht sein. Mit drei Kindern hat man doch gerade im Herbst genug um die Ohren, als das irgendwelche Menschen das Recht hätten die Eltern dafür zu verurteilen, dass ein Kind eine Grippe, Halsschermzen, oder Brech-Durchfall hat.</p>
<p>Und dann gibt&#8217;s da auch noch die Spezies Ubermama, das sind die Mütter, deren Kindern mit 3 Monaten schon laufen, bis 100 zählen und alleine auf&#8217;s Töpfchen gehen konnten. Das sind die Mütter, die immer von oben herab auf die Erziehungsmethoden anderer schauen, denn nur die eigenen meist sehr engen Methoden sind ja die richtigen. Das wichtigste für die Ubermama ist, dass ihr Kind den eigenen Vorstellungen entspricht, die Wünsche des Kindes werden geflissentlich ignoriert und das Kind in die Schubladendenkstrukturen von Ubermama gepresst. Was aus diesen Kindern mal wird? Entweder saucoole Rebellen, weil sie irgendwann kapieren, dass Ubermama falsch lag, als sie sagte, dass Jungs nicht mit Puppen und Mädchen nicht mit Spielzeugautos spielen, oder sie treten mit 16 der Jungen Union bei und werden genauso spießig wie ihre Eltern. Letzteres wird aber wohl häufiger der Fall sein, denn ich konnte schon einige Male beobachten, dass die Kinder der Ubermamas ganz gerne mal andere Kinder dissen und genau so von oben herab behandeln, wie die Eltern das bei manch anderem Erwachsenen machen. Gelernt ist eben gelernt.</p>
<p>Ich denke, wir leben inzwischen in einer Gesellschaft, die in weiten Teilen einem Kontrollzwang unterliegt. Manchmal machen diese Kontrollen durchaus Sinn, z.B. bei Lebensmitteln oder Spielsachen, aber viele Kontrollen sind künstlich und aufgesetzt, unnötig, werden nur scheinbar gebraucht. Grund könnte die ständige Erreibarkeit und stärkere Vernetzung durch neue Medien sein. Wenn das Kind krank ist und die Eltern die Schule nicht informieren, dann kommt hinterher die anklagende Frage: &#8220;Warum haben Sie denn nicht angerufen, haben Sie kein Händie?&#8221;.<br />
Und die Ubermuttis unterwerfen sich dem Kontollzwang, weil sie eingefahrene Strukturen als Wahrheiten wahrnehmen, denn man macht ja dies nicht, und jenes erst recht nicht. Das hat sie ja mal in einem Erziehungsratgeber aus den 70ern gelesen. Was dabei auf der Strecke bleibt? Die Kinder, der soziale Zusammenhalt, die Freiheit.</p>
<p>Auch der EU-Bürokratismus steuert seinen Teil dazu bei. Jetzt sollen deutsche Bäcker dazu gezwungen werden nur noch eine bestimmte Menge Salz im Brot verwenden zu dürfen.</p>
<p>Komisch, jetzt esse ich schon seit 32 Jahren Brot und ich lebe noch. Wie konnte das nur passieren? Überhaupt frage ich mich, wie aus mir etwas werden konnte, wo doch meine Mama nicht in der Schule angerufen hat, wenn ich krank war, und auch nichts dagegen hatte, dass ich mit meiner Schwester zusammen mit ihrem Puppenhaus gespielt habe. Und scheiße, ich war ein schwieriges Kind, aber holla. Aber vielleicht hat&#8217;s bei mir letztendlich gut hingenhauen, weil ich eben keine Ubermama und auch keinen Uberpapa habe. Und vielleicht, weil es damals noch keine Ubersekretärinnen gab.</p>
<p>Von den Spezies Uberarzthelferinnen, Ubererzieherinnen, Uberomas und Uberneuefreundinnen des Ex-Partners erzähle ich dann beim nächsten mal.</p>
<p>PS: Dieser Beitrag spiegelt nur teilweise meine eigenen Erfahrungen wieder und basiert auch auf Steffis Erzählungen.</p>
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		<title>Braucht Infotainment in Print und TV eine FSK Freigabe?</title>
		<link>http://patchwork-family-blog.de/braucht-infotainment-in-print-und-tv-eine-fsk-freigabe/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 15:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Problematisch]]></category>
		<category><![CDATA[fsk]]></category>
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		<description><![CDATA[Unter Infotainment versteht man laut Wikipedia die unterhaltsame Vermittlung von Bildungsinhalten und Scheinwissen, das den Anspruch erhebt, Bildungsbestandteil zu sein. Eine ziemlich treffende Beschreibung, wenn ich mir Formate wie Galileo, Wunderwelt Wissen, Welt der Wunder oder ähnliches betrachte. Wenn es beim reinen Infotainment, also der unterhaltsamen Präsentation von wissenschaftlichen Fakten, bleiben würde, dann hätte diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter Infotainment versteht man laut Wikipedia die unterhaltsame Vermittlung von Bildungsinhalten und Scheinwissen, das den Anspruch erhebt, Bildungsbestandteil zu sein. Eine ziemlich treffende Beschreibung, wenn ich mir Formate wie Galileo, Wunderwelt Wissen, Welt der Wunder oder ähnliches betrachte. Wenn es beim reinen Infotainment, also der unterhaltsamen Präsentation von wissenschaftlichen Fakten, bleiben würde, dann hätte diese Form der Unterhaltung wirklich eine Existenzberechtigung. Ein positives Beispiel für eine gelungene und ausgewogene Mischung aus Unterhaltung und Wissensvermittlung ist in meinen Augen die Sendung <a href="http://www.wdr.de/tv/quarks/">Quarks und Co</a>. Wo wir auch schon bei des Pudels Kern sind.</p>
<p><span id="more-213"></span></p>
<p>Unser jüngstes Patchwork-Familien Mitglied (10 Jahre) ist aufgeweckt, neugierig und wissbegierig und schaut deswegen gerne die oben genannten Sendungen. Leider kann er in seinem Alter aber noch nicht so gut differenzieren, was man von den Dingen, die da so verzapft werden besser nicht ernst nimmt. Wenn diese schrecklichen Infotainment-Magazine nun berichten, dass 2012 möglicherweise die Welt unter geht, oder dass es in Deutschland ein großes Erdbeben geben wird, oder ein Wirbelsturm über uns hereinbrechen wird, dann nimmt sich der Kleine das zu Herzen. Erst gestern Abend stand er nach dem zu Bett gehen nochmal auf, kam zu uns ins Schlafzimmer und sagte uns, er könne nicht schlafen, weil er sich Sorgen machen würde, das 2012 die Welt untergehen wird. Ich konnte ihn dann recht schnell davon überzeugen, dass er sich nicht Sorgen müsse, indem ich ihm in etwa erzählte, was ich <a href="http://thegeek.de/esoterikspinner-unter-sich">hier als Glosse formuliert habe</a>, also die schlichte Tatsache, dass die Welt schon ziemlich oft untergehen sollte und es nie passiert ist. Das hat er glücklicherweise sofort verstanden, aber bei anderen von Galileo und Co verbreiteten Horror-Szenarien war es teilweise schwieriger ihn davon zu überzeugen, dass es sich dabei einfach um Bullshit handelt.</p>
<p>Das Thema kann aber nicht eindimensional betrachtet werden, da die Eltern ja in der Hand haben, was die Kinder sich im Fernsehen ansehen, oder welche Zeitschriften sie lesen. Zumindest bis zu einem gewissen Alter. Dabei gibt es verschiedene mögliche Ansätze: Entweder das Anschauen gewisser Sendungen nicht erlauben &#8211; mit entsprechender nachvollziehbarer Begründung, oder es tolerieren und die schwierigen Themen gemeinsam reflektieren. Ob nun das eine oder das andere richtig ist, vermag ich nicht zu beurteilen, das hängt von zu vielen Kriterien und den beteiligten Menschen ab. Bei uns wird jedenfalls, auch wenn es nicht immer einfach ist, kritisch reflektiert, erklärt und erläutert. Es wäre mir zwar lieber, der Kleine würde erkennen, dass diese Formate mehr unterhaltenden als bildenden Charakter haben, aber vielleicht braucht es dazu einfach noch Zeit und mehr Reife.</p>
<p>Trotzdem erlaubt das Thema die Frage, ob diese Infotainment-Formate eigentlich einer <a href="http://www.spio.de/index.asp?SeitID=18">FSK-Prüfung</a> standhalten würden. Die FSK (Freiwillige Kontrolle der Filmwirtschaft) geht erst ab einem Alter von 16 Jahren von einer entwickelten Medienkompetenz aus. FSK ab 16 eingestufte Inhalte dürfen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Altersfreigabe#Film_und_Fernsehen">im deutschen Fernsehen</a> erst ab 22 Uhr gezeigt werden, FSK ab 12 Inhalte erst ab 20 Uhr. Die oben angesprochenen Magazine laufen vor 20 Uhr, demnach wären Sie für alle Altergruppen geeignet, denn Sendungen ohne Altersbeschränkung und auch Sendungen ab 6 Jahren dürfen zu jeder Tages- und Nachtzeit gezeigt werden.</p>
<p>Ob die genannten Infotainment-Magazine wirklich keine Alterbeschränkung bekämen, bezweifele ich.</p>
<p>Vorwerfen kann man den Produzenten dieser Formate allerdings nur die etwas unterirdische Qualität, die letztendlich aber auch Geschmackssache ist. Medienerziehung ist und bleibt &#8211; eine sehr wichtige &#8211; Sache der Eltern und nicht die der Fernsehsender. Trotzdem wäre etwas mehr &#8220;Info&#8221; und weniger &#8220;tainment&#8221; in meinen Augen wünschenswert. Es schauen schließlich auch Kinder zu.</p>
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		<title>Zensursula von der Leyen, nur du bist Schuld daran</title>
		<link>http://patchwork-family-blog.de/zensursula-von-der-leyen-nur-du-bist-schuld-daran/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Jul 2009 14:05:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politisches]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Gerade geht mir ein Lied von Tocotronic durch den Kopf, es heißt &#8220;Michael Ende (du hast mein Leben zerstört)&#8221; und der Refrain hat mich immer irgendwie bewegt. Vielleicht weiß ich nun endlich auch warum, denn Tocotronic hat den Text einfach viel zu früh geschrieben. Heute könnten wir statt &#8220;Michael Ende&#8221; auch &#8220;Ursula von der Leyen&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade geht mir ein Lied von Tocotronic durch den Kopf, es heißt &#8220;Michael Ende (du hast mein Leben zerstört)&#8221; und der Refrain hat mich immer irgendwie bewegt. Vielleicht weiß ich nun endlich auch warum, denn Tocotronic hat den Text einfach viel zu früh geschrieben. Heute könnten wir statt &#8220;Michael Ende&#8221; auch &#8220;Ursula von der Leyen&#8221; einsetzen &#8211; auch wenn das blöderweise nicht ganz ins Versmaß passt.</p>
<p>Aber warum überhaupt dieser Beitrag? Nun ja, es ärgert mich einfach maßlos, dass auf drängen von Ursula von der Leyen nun am 18. Juni 2009 das sogenannte &#8220;Zugangserschwerungsgesetz&#8221; vom Bundestag beschlossen wurde. Dahinter steht der Wunsch &#8211; und nun letztendlich auch die Möglichkeit &#8211; im Internet kinderpornografische Inhalte auszufiltern, sprich, diese zu zensieren, obwohl dies dem Artikel 5 (1) GG wiederspricht.</p>
<p>Das Kinderpornografie der letzte Dreck und schrecklich ist, steht völlig außer Frage, aber eine Zensur der Seiten ist der falsche Weg. Denn das Problem: Bei der Zensur werden die Inhalte nicht angezeigt, aber eben nur das &#8211; sie werden nicht gelöscht. Ist das taktvoll gegenüber den Opfern von Kindesmissbrauch? Die Inhalte nur zu verbergen und sich nicht rechtlich für die Löschung dieser menschenunwürdigen Inhalte einzusetzen? Nein, das ist weder taktvoll, noch zeigt es Interesse wirklich gegen Kinderpornografie vorzugehen.</p>
<p><span id="more-120"></span>Dabei wäre <a title="Löschen statt zensieren" href="http://ak-zensur.de/2009/05/loeschen-funktioniert.html">das Löschen so einfach</a>, obwohl dies von den Befürwortern der Zensur oft anders dargestellt wird. Der Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur hat es gezeigt und viele Provider die auf den Sperrlisten auftauchen automatisiert angeschrieben und auf die fragwürdigen Inhalte hingewiesen, mit folgendem Ergebnis: Viele Provider meldeten sich zurück, fanden jedoch keine kinderpornographischen Inhalte, einige Provider hingegen stellt fest, dass solche Inhalte vorhanden waren und haben diese sofort entfernt. Das zeigt folgendes: Die Sperrlisten stimmen zum Großteil nicht oder sind veraltet und das Löschen und damit DAUERHAFTE entfernen dieser Inhalte aus dem Internet ist möglich (wenn man nur konsequent genug wäre).<br />
 Es zeigt auch sehr deutlich, dass es die Politik scheinbar nicht geschafft hat die Exekutive so zu strukturieren, dass diese auch gegen Straftaten im Internet vorgehen kann, denn wenn die Polizei oder das BKA es nicht schafft solche Seiten vom Netz zu nehmen, obwohl eine einfache E-Mail reicht, dann muss da ja wohl irgendetwas im Argen liegen. Vielleicht behaupten die Politiker, die sich mit diesem Thema auseinander setzen deshalb gerne, dass das Internet kein rechtsfreier Raum sein dürfe.<br />
 Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, es ist ein öffentlicher Raum, in dem alle unsere Gesetze Bestand haben. Ich vermute es wird das Gegenteil behauptet, um die eigenen Fehler zu kaschieren. Es wurde vergessen die Polizei fit zu machen für unsere neue mediale vernetzte Gesellschaft. Straftaten im Internet könnten rechtlich schon jetzt sehr gut verfolgt werden, aber scheinbar wissen die Ermittlungsbehörden nicht wie, oder haben einfach zu wenig Personal, die es könnten.</p>
<p>Ich frage mich, wie Politiker oder Politikerinnen so lernresistent seien können, andauernd über Dinge zu entscheiden, von denen sie keine Ahnung haben. Für Viele &#8211; auch für mich &#8211; ist das Internet im Leben wichtig geworden. Es ist ein Kommunikationsmedium, bei dem es sogar so weit geht, dass es auch zu einem gewissen Teil zu einer Art Heimat wird. Ich habe über das Internet viele tolle Menschen &#8211; und sogar Steffi &#8211; kennengelernt, die ich sonst nie getroffen hätte. Aber Menschen, die keine Ahnung vom Internet haben, entscheiden darüber?<br />
 Die unglaubliche Inkompetenz unserer Volksvertreter drückt sich übrigens auch darin aus, dass die von Zensursula eingestielte Internetsperre für jeden halbwegs kompetenten Internetnutzer problemlos zu umgehen ist. Es handelt sich nämlich um eine DNS Sperre. Ich will das jetzt nicht detaillierter erläutern, aber ich nutze privat schon ewig einen offenen DNS Server (OpenDNS) und bin von der Sperrung so oder so nicht betroffen. Nein, bei meinem DNS Server geht es nämlich, dass ich selbst definieren kann, welche Inhalte gefiltert werden und welche nicht, aber das ist dann eben ganz alleine mein Bier und nicht fremdbestimmt durch krude Gesetze.</p>
<p>Weitere Sperrungen werden übrigens schon gefordert: Sperrung von Webseiten mit rechtsextremen Inhalten, von Gewaltseiten, von Seiten die urheberrechtlich bedenklich sein könnten und Glücksspielseiten. Super klasse. Blendet einfach alle Schattenseiten der Gesellschaft aus, aber hören sie dadurch auf zu existieren? Zum Leben gehört nun mal Schatten und Licht und es ist ganz wichtig, dass diese sich im Übergang zu einer Grauzone vermischen. Das fordert die Individualgesellschaft einfach ein.</p>
<p>Ich kann verstehen, dass die Verlockung groß ist, die Zensur von Seiten mit kinderpornografischen Inhalten auf den ersten Blick toll zu finden, und so musste ich auch vor einiger Zeit länger mit Steffi darüber diskutieren und sie davon überzeugen, warum eine Zensur nicht der richtige Weg ist. Und ich kann sie wirklich absolut verstehen, denn wenn ich mir vorstelle, dass Jemand den Kindern so etwas antut, dann habe ich diese Gefühle ja auch &#8211; vermutlich ist diese Erstreaktion bei Müttern und Vätern einfach normal.<br />
 Beim zweiten Blick verhält es sich allerdings ganz anders: Werden die Inhalte versteckt, geht alles weiter wie bisher, aber werden sie gelöscht, dann sind sie nicht mehr da. Die Entscheidung was besser ist, fällt dann doch ziemlich leicht.</p>
<p>Aber das Problem Kinderpornografie wird sich durch Löschen auch nicht wirklich lösen lassen, selbst wenn alle im Internet befindlichen Inhalte entfernt werden würden, dann es gibt ja noch die Post und das Briefgeheimnis, Mobiltelefone oder zur Not den guten alten toten Briefkasten. Solange also nicht wirklich gegen die Verbrecher, also gegen die pädophilen Täter, sondern nur gegen die Inhalte vorgegangen wird, ändert sich rein gar nichts. Es werden weiterhin Kinder verkauft und geschändet. Wenn ich das als ganz normaler Bürger durch Lesen von ein paar Artikeln zu dem Thema erkennen kann, warum dann unsere Politiker nicht? Vermutlich ein Generationenproblem &#8211; die lesen nicht im Internet oder sowas.</p>
<p>Und dann habe ich übrigens heute noch <a title="Interview mit Zensursula von der Leyen" href="http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/735619/Von-der-Leyen-Verhaltenskodex-fuer-soziale-Netzwerke.html">einen Interview mit Zensursula</a> von der Leyen gelesen, dass dem ganzen Scheiß die Krone aufsetzt. Ich zitiere:</p>
<blockquote><p><em><strong>RP:</strong> Sehen Sie weitere Felder, wo Kinder und Jugendliche im Netz besser geschützt werden müssen?</em></p>
<p><strong>von der Leyen</strong>: Ja, bei den sozialen Netzwerken im Internet, die Jugendliche gerne nutzen. Ich möchte gemeinsam mit den Verantwortlichen solcher Kommunikationsforen, aber auch mit der Kompetenz der Jugendlichen einen Verhaltenskodex entwickeln. Es geht um achtsamen und wachen Umgang miteinander. Minderjährige müssen beispielsweise wissen, dass sich Erwachsene mit üblen Absichten in ihre Chats einschleichen können. Sie können soziale Kompetenzen im virtuellen Miteinander ebenso erwerben wie im realen Leben. Mobbing im Netz kann nicht toleriert werden. Respektvoller Umgang muss in Chats, blogs oder Foren so selbstverständlich sein, wie wir das auch im Schulalltag mit Streitschlichtern oder Vertrauenslehrern einfordern.</p>
</blockquote>
<p>Ist ja nett, aber so etwas gibt es schon lange im Netz, es nennt sich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette">Netiquette</a> und zeugt erneut von der Tatsache, dass Frau von der Leyen in Internetdingen nicht so bewandert zu sein scheint. Und die Netiquette gibt es nicht seit gestern, nein, ich kenne sie bereits aus Zeiten, wo die Online-Kommunikation zu einem Großteil noch über Mailboxen und Modems ablief. Das war bei mir Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre.</p>
<p>Gut, die Inkompetenz ist irgendwie verzeihlich, aber eine unglaubliche Frechheit finde ich, dass der Staat hier mal wieder in die Mündigkeit von erziehenden Eltern eingreifen will, kurz gesagt: Es ist Aufgabe der Eltern die Kinder zu erziehen und nicht die Aufgabe des Staates.<br />
 Natürlich spricht man mit seinen Kindern darüber, dass es sich nicht gehört Andere zu mobben, egal ob im Internet oder in der Schule, oder sonstwo. Und natürlich spricht man mit den Kindern auch über die von Frau von der Leyen angesprochenen Gefahren in Internetchats und verantwortungsvolle Eltern bringen ihren Kindern einen ebenso verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien bei &#8211; ja sowas gibt&#8217;s tatsächlich. Bei uns zum Beispiel ist der Internetzugriff der Kinder auf eine Stunde am Tag beschränkt und Steffi ermahnt die Älteren immer aufzupassen, was sie ansurfen und genau zu lesen. Der Kleine surft im Wohnzimmer, wo der Bildschirm von uns im Blick ist. Und es wird sich auch nicht ohne Rücksprache irgendwo registriert, es wird voher nachgefragt und von uns kontrolliert.<br />
 Hundertprozentige Sicherheit gibt es natürlich nicht, aber das bezieht sich nicht nur auf das Internet, sondern auf alle Bereiche, wo sich Kinder dem elterlichen Einfluss entziehen. Und dieser Punkt kommt irgendwann völlig unausweichlich. Das gehört zum erwachsenwerden dazu. Die Kinder müssen sich auch abnabeln dürfen und eigene Erfahrungen sind da wichtig. Eltern können nur bestmöglich darauf vorbereiten und ab einem bestimmten Punkt nur noch begleiten.</p>
<p>Mich würde mal interessieren, wie Ursula von der Leyen ihren zahlreichen Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit den neuen Medien beibringt, oder beigebracht hat &#8211; vorallem wo sie ja scheinbar selbst keinerlei Ahnung von der Materie zu haben scheint. Anstatt also Lösungen für Probleme zu erarbeiten, von denen sie nichts versteht, sollte sich sich lieber um wichtigeres kümmern, oder die Probleme richtig und nicht so halbherzig angehen.<br />
 Was ist mit Kindertagesstätten, was ist mit der offenen Ganztagsschule, was mit den sinkenden Geburtenraten. Warum richtet sich die Familienpolitik nach der Wirtschaftspolitik und nicht umgekehrt? Warum wird an diesen Fronten nicht gekämpft. Zahle ich etwa dafür Steuern, dass diese in sinnlosen, populistischen, nicht funktionierenden und schon gar nicht praxisnahen Gesetzen versenkt werden? Denn wenn wir alles schon mit &#8220;Wirtschaft&#8221; in Beziehung setzen müssen, dann sieht es doch eigentlich so aus: Jeder Bürger der Steuern zahlt, bezahlt damit die Politiker für ihre Arbeit, aber was bekommen wir dafür? Ein schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis wie ich finde.</p>
<p>Jetzt geht mir gerade wieder das Lied von Tocotronic durch den Kopf. Ich schließe einfach mal damit. Möge nun Jede und Jeder denken was sie oder er will, ich bitte nur um folgendes: Denkt mal ein paar Schritte weiter.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Ursula von der Leyen,<br />
 nur du bist Schuld daran,<br />
 das aus uns nichts werden kann,<br />
 du hast uns mit deinen Tricks,<br />
 aus der Gesellschaft rausgeXt,<br />
 mit den Eltern aller Schichten,<br />
 willst du uns vernichten,<br />
 Ursula von der Leyen,<br />
 du hast mein Leben zerstört!</strong></p>
<p style="text-align: center;"><em><br />
 </em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Eine Art von Erziehungsplan</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 16:58:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich denke in einer Patchwork-Familie ist es wichtig, dass es für die Erziehung der Kinder eine Art Plan gibt, eine Übereinkunft, mit der beide Partner einverstanden sind. Da ich selbst keine Kinder mit in unsere Beziehung gebracht habe, ist es bei uns etwas einfacher und es hat sich so eingespielt, dass ich die Erziehung die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich denke in einer Patchwork-Familie ist es wichtig, dass es für die Erziehung der Kinder eine Art Plan gibt, eine Übereinkunft, mit der beide Partner einverstanden sind. Da ich selbst keine Kinder mit in unsere Beziehung gebracht habe, ist es bei uns etwas einfacher und es hat sich so eingespielt, dass ich die Erziehung die Steffi vorgibt behutsam unterstütze, was gut funktioniert und sicherlich auch den Kindern entgegenkommt.</p>
<p>Wenn ich mir aber nun vorstelle, dass einer der Partner eine andere Erziehungsstrategie verfolgt als der Andere, dann sind Probleme wohl vorprogrammiert. Nicht nur die Partner würden darüber in Streit geraten, auch für die Kinder wäre es nicht gut, wenn es keine klare Linie gibt, an der sie sich orientieren können.</p>
<p>Am Anfang unserer Beziehung habe ich mich sehr stark zurückgehalten, was in meinen Augen auch der richtige Weg war, denn inzwischen stellen sich ganz automatisch für mich kleine Erfolgserlebnisse ein, wenn eines der Kinder mich mal fragt, ob es etwas Süßes oder an den Computer darf. Das machen sie natürlich nur, wenn die Mutter nicht greifbar ist, aber sie machen es. Es hat zwar lange gedauert an diesen Punkt zu gelangen, aber die ausdauernde Zurückhaltung hat sich so gesehen gelohnt.</p>
<p>Steter Tropfen höhlt den Stein. Oder anders gesagt: Einfach da sein und zuhören.</p>
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