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	<title>Patchwork Family Blog &#187; gerichtsurteil</title>
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	<description>Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?</description>
	<lastBuildDate>Thu, 08 Jul 2010 18:36:41 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Neues von der Umweltprämien Front</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 18:25:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politisches]]></category>
		<category><![CDATA[Problematisch]]></category>
		<category><![CDATA[abwrackprämie]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie bereits berichtet, möchte die ARGE Märkischer Kreis Steffi die Umweltprämie als Einkommen auf die Bezüge anrechnen, was inzwischen nach erfolglosem Widerspruch auch erfolgt ist. Durch unseren böse formulierten Widerspruch konnten wir lediglich erreichen, dass keine Kürzung (30 von 100) durchgeführt, sondern in der Zentrale in Recklinghausen ein offenes Kassenzeichen über einen Betrag von rund [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie bereits berichtet, möchte die ARGE Märkischer Kreis Steffi die Umweltprämie als Einkommen auf die Bezüge anrechnen, was inzwischen nach erfolglosem Widerspruch auch erfolgt ist. Durch unseren böse formulierten Widerspruch konnten wir lediglich erreichen, dass keine Kürzung (30 von 100) durchgeführt, sondern in der Zentrale in Recklinghausen ein offenes Kassenzeichen über einen Betrag von rund 2222,- € eröffnet wurde.</p>
<p>Da wir das so nicht hinnehmen wollten, haben wir nun den Klageweg beschritten und eine Klage beim Sozialgericht Dortmund eingereicht, wobei die Klageschrift sehr umfassend ist und viele vergleichbare und für uns positive Urteile aus anderen Bundesländern anführt. Ebenfalls ziehen wir mit der Klagebegründung das vom LSG NRW gefällte negative Urteil zur Feststellungsklage eines ALG II Betroffenen in Frage, da in der Klage verschiedene Sachlagen in keinster Weise beleuchtet wurden. Es war eben ein Urteil eher theoretischer Natur.</p>
<p><span id="more-283"></span>In der Regel ist es doch so: Ein ALG II Betroffener wird wohl kaum einen Neuwagen kaufen und die 2.500 € einsacken, er muss einen Wagen kaufen, der so günstig ist, dass er nicht mehr als 7.500 € Wert hat, denn dieser Wert ist die Obergrenze, ansonsten kann die ARGE den Verkauf des Wagens verlangen, oder eben die Bezüge kürzen. In dieser Preiskategorie gibt es nur sehr wenige Neuwagen.</p>
<p>Um die billige Fuhre letztendlich doch irgendwie kaufen zu können, geht die Abwrackprämie direkt an den Händler und es wird eine Ratenzahlung mit langer Laufzeit vereinbart, wobei der Fahrzeugbrief bei der Bank verbleibt. In der Regel wird der ALG II Betroffene die Umweltprämie faktisch also nie besitzen und genau solche Details wurden von der bisherigen Rechtssprechung in NRW nicht berücksichtigt.</p>
<p><strong>Bis zum 16.06.2010.</strong> Da hat es nämlich eine Entscheidung des 12. Senats des LSG Nordrhein-Westfalen gegeben (Az.: L 12 AS 807/10 B E) und eine Entscheidung des SG Dortmund widerrufen.  Und dazu sage ich nur: Endlich wurde auch von einem Gericht in NRW die Realität gesehen und rechtlich korrekt interpretiert.</p>
<p>Hier nun ein paar Leckerbissen aus der Urteilsbegründung, die uns wie ein saftiges argentinisches Rindersteak (das wir uns leider selten leisten können!) auf der Zunge zergingen:</p>
<blockquote><p>Zur Überzeugung des Senats beeinflusst der Erhalt der staatlichen Umweltprämie die Lage eines Leistungsbeziehers nach dem SGB II grundsätzlich auch nicht so günstig, dass daneben  Grundsicherungsleistungen nicht gerechtfertigt wären (§ 11 Abs. 3 Nr. 1 SGB II a. E.). Der gegenteiligen Auffassung des Sozialgerichts in der angefochtenen Ausgangsentscheidung ([...]) vermag sich der Senat nicht anzuschließen.</p>
<p>[...]</p>
<p>Hierbei wird zur Überzeugung des Senats jedoch nicht hinreichend berücksichtigt, dass die Prämie von 2.500,00 EUR dem Hilfeempfänger nicht tatsächlich zur Verfügung steht.</p>
<p>[...]</p>
<p>Die der Antragstellerin zu 1) gewährte staatliche Umweltprämie ist dem Autohändler, bei dem sie ihren neuen Pkw erworben hat, ausgezahlt worden, nicht hingegen ihr. Sie konnte darüber hinaus über die 2.500,00 EUR in keiner anderen Form verfügen, da sie diese entsprechend der Zweckbestimmung verwenden musste, um die staatliche Umweitprämie zu erhalten und auch so verwendet hat. Diese standen ihr nicht für den sonstigen Konsum zur Verfügung.</p>
</blockquote>
<p>Es werden erfreulicherweise genau die Gründe genannt, die wir in unserer der Klageschrift als Begründung angeführt haben, was uns nun gute Chancen einräumt mit der Klage bereits vor dem SG Dortmund ein positives Urteil zu erreichen. Damit wäre das Thema dann endlich auch in NRW und vorallem im Zuständigkeitsbereich des SG Dortmunds durch.</p>
<p>Was ist nun noch zu tun? Wir werden noch Prozesskostenhilfe beantragen, damit Steffi nicht auch noch die Kosten des Verfahrens tragen muss, das wäre eine böse finanziell nicht zu schulternde Überraschung. Zudem werden wir zu unserem Aktenzeichen beim SG Dortmund eine Kopie des Urteils des LSG NRW nachreichen.</p>
<p>Unseren herzlichen Dank an dieser Stelle auch an Herrn Wockelmann vom aufRECHT e.V., der uns einige Tipps gegeben hat und uns freundlicherweise das Urteil des LSG NRW zukommen ließ. Das Urteil zu lesen hat sehr gut getan.</p>
<p>Freunde, kämpft um eure Rechte! Es lohnt sich! Nehmt die ungerechten Gängelungen der ARGEN nicht resigniert hin! Wehrt euch!</p>
<p>Das gilt auch für das sozial absolut nicht hinnehmbare &#8220;Sparpaket&#8221; der Bundesregierung. Am Existenzminimum kürzen, die Bildungspolitik versauen, aber den Spitzensteuersatz nicht antasten und die Hotellobby mit Steuergeschenken beschenken, weil die Spenden gestimmt haben?</p>
<p>Nur weil WM ist, heißt das nicht, dass ihr nicht auf die Straße gehen könnt. Schließlich ist Deutschland bereits ausgeschieden, also lasst euch von Schwarz-Geld nicht noch weiter in den Ruin treiben.</p>
<p>Wer die Vision hat 6 Millionen &#8220;Arbeitsuchende&#8221; in 300.000 offenen Stellen zu vermitteln, der hat einfach die Realität nicht erkannt: Vollbeschäftigung ist inzwischen eine Utopie.</p>
<p>Bedingungsloses Grundeinkommen ist da ein interessantes Stichwort. Als Alternative zum wachsenden &#8220;Niedriglohnsektor&#8221; in Deutschland, der meiner Ansicht nach nichts weiter ist, als ein moderner Sklavenmarkt.</p>
<p>Wir könnten da Storys erzählen&#8230; aber vielleicht ein anderes Mal.</p>
<p>Ich geh jetzt feiern!</p>
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		<title>Hartz 4: Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 11:46:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politisches]]></category>
		<category><![CDATA[alg II]]></category>
		<category><![CDATA[bundesverfassungsgericht]]></category>
		<category><![CDATA[gerichtsurteil]]></category>
		<category><![CDATA[hartz 4]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat entschieden, dass die Vorschriften des SGB II, die die Regelleistung für Erwachsene und Kinder betreffen, nicht den verfassungsrechtlichen Anspruch auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 GG erfüllen. (Quelle: Das Bundesverfassungsgericht) STRIKE. Jetzt hat die Regierung es endlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat entschieden, dass die Vorschriften des SGB II, die die Regelleistung für Erwachsene und Kinder betreffen, nicht den verfassungsrechtlichen Anspruch auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 GG erfüllen.</p>
</blockquote>
<p> (Quelle: <a href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg10-005.html">Das Bundesverfassungsgericht</a>)</p>
<p><strong>STRIKE.</strong> Jetzt hat die Regierung es endlich schriftlich.</p>
<p>Das BVerfG stärkt in der Urteilsbegründung übrigens gerade Kindern den Rücken, denn der für Kinder gezahlte Regelsatz entspricht nicht einem menschenwürdigen Existenzminimum. Das Gericht weißt zudem auf Fehler bei der Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs hin, bei der einige Versäumnisse zu beklagen sind und sich nicht an der Realität orientiert.</p>
<p>Ich empfehle das Urteil komplett zu lesen, es ist wirklich interessant zu sehen, dass scheinbar nur noch das Bundesverfassungsgericht als hohe Instanz ein Gespür für die Realität der Bevölkerung hat.</p>
<p>In jedem Fall ist der Gesetzgeber nun gezwungen noch dieses Jahr nachzubessern, das ist ein großer Erfolg für alle ALG II Betroffenen, gerade mit Kindern.</p>
<p><strong>Update</strong>: Bei Spiegel Online gibt es einen <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,676708,00.html">guten Artikel zum Urteil</a>.</p>
<p><strong>Update 2</strong>: Beim <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1849/hartz-iv-muss-neu-erfunden-werden">Spiegelfechter gibt&#8217;s auch noch einen sehr schönen Artikel zum Thema</a>. Auch die Kommentare sind interessant und dämpfen die anfängliche Euphorie über das Urteil doch ziemlich.</p>
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		<title>Der Dacia Sandero ist da</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 16:15:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltägliches]]></category>
		<category><![CDATA[abwrackprämie]]></category>
		<category><![CDATA[dacia sandero]]></category>
		<category><![CDATA[gerichtsurteil]]></category>
		<category><![CDATA[mobilität]]></category>

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		<description><![CDATA[Was für eine Freude, Steffi hat seit Mittwoch wieder ein Auto. Obwohl ich selbst ja überzeugter Motorradfahrer bin und den Besitz eines eigenen PKWs ablehne, ist ein fahrbarer Untersatz für eine Familie unerlässlich. Wie sehr sich unsere Gesellschaft inzwischen auf die Fortbewegung mit dem Kraftwagen ausgerichtet hat, konnten wir in den letzten Monaten &#8211; wo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was für eine Freude, Steffi hat seit Mittwoch wieder ein Auto. Obwohl ich selbst ja überzeugter Motorradfahrer bin und den Besitz eines eigenen PKWs ablehne, ist ein fahrbarer Untersatz für eine Familie unerlässlich. Wie sehr sich unsere Gesellschaft inzwischen auf die Fortbewegung mit dem Kraftwagen ausgerichtet hat, konnten wir in den letzten Monaten &#8211; wo uns gar kein eigenes Auto mehr zur Verfügung stand &#8211; selbst erleben.</p>
<p><span id="more-102"></span>Eines der größten Probleme war das Einkaufen. Es gibt den kleinen Krämerladen in der Nachbarschaft einfach nicht mehr, selbst in Kleinstädten verlagert sich das Kaufen von Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs schon seit geraumer Zeit in die Einkaufszentren und großen Supermärkte. Klar, schließlich hat ja fast jeder ein Auto und kann &#8220;mal eben&#8221; einkaufen fahren. Wer kein Auto hat kann höchstens den Bus nehmen und darf eben nur kaufen, was mit den eigenen Händen noch tragbar ist. Kiste Bier? Nee, dann doch lieber den Sixpack. Klopapier? Dann bitte die Single Packung. Katzenstreu? Den kleinen Beutel &#8211; um nur mal einige Beispiele zu nennen. Jede Familie weiß: Keine Großpackungen zu kaufen geht ins Geld, denn die kleinen Verpackungseinheiten sind im Endeffekt teurer.</p>
<p>Als ich alleine war, haben mir die Motorräder völlig ausgereicht, um für mich einkaufen zu können, aber die Situation hat sich ja verändert und ich muss zugeben: Ich bin froh, dass Steffi nun wieder einen Wagen hat, weil es viele Dinge vereinfacht. Wir müssen so oder so schon immer viel planen und entscheiden und die nächsten Wochen werden stressig genug. Der Umzug, die Renovierung, Steffis Umschulung beginnt &#8230; ohne Auto wäre das alles sehr schwierig geworden.</p>
<p>Und der Dacia Sandero ist für den Preis wirklich in Ordnung. Der Innenraum ist natürlich von Plastik geprägt und eine Ausstattung wie sie bei anderen Herstellern serienmäßig vorhanden ist sucht man vergeblich, aber genau das finde ich persönlich sogar gut. Aus meiner Erfahrung mit meinen Motorrädern weiß ich: Was nicht dran ist, kann auch nicht kaputt gehen. Elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Zentralverriegelung und sonstige Schnörkel finde ich überflüssig. Weniger Gewicht bedeutet weniger Verbrauch.</p>
<p>Die Fahrleistungen des Dacia sind gut, die 75 PS reichen völlig aus, um das Auto schön zu beschleunigen. Die Lenkung ist präzise, das Fahrweg angenehm und die Bremsen packen gut zu. Auch die Sitze sind sehr bequem und scheinen aus robustem Material zu sein. Die Cockpitanzeigen sind entsprechend übersichtlich, aber durchaus ansprechend: Drehzahlmesser, digitale Tankanzeige und Kontolleuchten und ein großer gut lesbarer Tacho. Der Innenraum selbst ist großzügig und für eine fünfköpfige Familie ausreichend dimensioniert, der Kofferaum ebenso. Dabei ist die Optik doch gefälliger als erwartet, in dunkelblau metallic sieht er wirklich chiq aus der Kleine. Das einzig nervige ist der Ton beim Blinken, ein helles Piepen, wie man es auch von blinkenden Rollern kennt, nur nicht ganz so laut, aber trotzdem unpassend. Aber egal. Gewohnheitssache.</p>
<p>Wenn ich mir nun den Neupreis von 7.500 € ansehe (mit Umweltprämie ja nur 5.000 €), dann stimmt in meinen Augen hier das Preis-/Leistungsverhältnis. Ein gutes, bezahlbares Auto. Und nur ein Auto. Mehr nicht.</p>
<p>Der alte Opel ist nun bereits auf dem Schrott und der Händler bekommt direkt und ohne Umwege die Prämie. Bleibt nur weitehrin zu hoffen, dass die Arbeitsagentur uns daraus nicht einen Strick dreht und wirklich so verfährt wie bereits einige Male geschehen. Doch es gibt Hoffnung, denn erste Gerichtsurteile liegen vor: Das <a title="Gerichtsurteil: Abwrackprämie / Umweltprämie für Hartz-IV-Empfänger" href="http://www.rp-online.de/public/article/auto/abwrackpraemie/724408/Abwrackpraemie-fuer-Hartz-IV-Empfaenger.html">Landessozialgericht Sachsen-Anhalt</a> hat gegen die Arge entschieden, die einer Frau die Abwrackprämie tatsächlich als Einkommen angerechnet hat. Riesen Sauerei übrigens, an der sich auch schön aufzeigen lässt, wie unsere Politiker so ticken: Die CDU hat ganz klar gefordert, die Umweltprämie dürften ALG II Empfänger nicht bekommen. So ist das wohl, wenn der Sinn für die Realität im eigenen Land völlig verloren geht. Die SPD hat nichts dagegen getan, nur ein wenig rumgejammert und die Opposition konnte einfach nichts ändern.</p>
<p>Aber bald ist ja Wahl. Wer keine Zweiklassengesellschaft möchte, in der einige Wenige viel haben und ganz Viele wenig, der weiß was er wählt.</p>
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