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	<title>Patchwork Family Blog &#187; motorradtreffen</title>
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	<description>Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?</description>
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		<title>Mit der Patchwork-Familie zum Dieselmotorrad Treffen in Hamm</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 11:20:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmungen]]></category>
		<category><![CDATA[camping]]></category>
		<category><![CDATA[kurzurlaub]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir kommen am Samstag natürlich mal wieder viel später los als geplant, denn wenn zwei Erwachsene und vier Kinder &#8211; wir haben den neunjährigen einer Freundin noch mitgenommen &#8211; auf die &#8220;große Reise&#8221; gehen, dann ist doch einiges einzupacken und zu organisieren. Ein kleiner Auszug unserer Packliste: Ein 6 Personenzelt mit abgetrennten Kammern für die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir kommen am Samstag natürlich mal wieder viel später los als geplant, denn wenn zwei Erwachsene und vier Kinder &#8211; wir haben den neunjährigen einer Freundin noch mitgenommen &#8211; auf die &#8220;große Reise&#8221; gehen, dann ist doch einiges einzupacken und zu organisieren. Ein kleiner Auszug unserer Packliste: Ein 6 Personenzelt mit abgetrennten Kammern für die Kinder, ein 2 Personenzelt für Steffi und mich, Getränke, Benzinkocher, Kaffee, Trinkbecher, Essgeschirr, Kaffeetassen, Decken, 6 Schlafsäcke und Iso-Matten, Campingstühle, Schlafanzüge und und und.</p>
<p><span id="more-177"></span>Nach einigen Bedenken, ob wir das überhaupt alles in meiner Ural, ein russisches Motorrad mit Beiwagen, und unserem Dacia verstauen können, probieren wir es einfach. Die Kofferräume beider Fahrzeuge füllen sich, der des Beiwagens entsprechend schneller, doch unter Zuhilfenahme der Rückbank des Dacias bekommen wir alles unter. Dann geht es los und wir fahren erstmal nach Menden zu unserer Freundin, um ihren Sohn abzuholen. Den Jüngsten packe ich mir für die kurze Fahrt in den Beiwagen, was ihn freudig erstrahlen lässt. Dann bollern wir los.</p>
<p>Bevor ich nach Menden fahre, schwenke ich allerdings noch ins Lendringsener Zentrum, um noch etwas Geld von der Bank zu holen. Es ist interessant die Passanten auf dem Gehweg zu beobachten: Viele lächeln uns entgegen. Ein Gespann in dessen Beiwagen ein Kind hockt, grinst und dabei eine viel zu große Sonnenbrille und ein Palituch trägt, scheint eine durchaus positive Grundstimmung zu verbreiten. Muss ich mir merken, wenn ich auf der Arbeit mal wieder wegen meiner abenteuerlichen Art zu parken von unserem inoffiziellen Parkplatzwächter angemault werde.</p>
<p>Nachdem der Geldautomat ein wenig seines Inhalts an mein Portmonai abgegeben hat, fahren wir weiter Richtung Menden. Ich bewege die Ural sehr vorsichtig und gemütlich, weil ich weiß, dass der Jüngste manchmal etwas ängstlich sein kann, wenn er ungewöhnlichen Situationen ausgesetzt ist. Aber nach mehrfacher Nachfrage nach dem Befinden, wenn wir z.B. an einer Ampel halten, mache ich mir weniger Sorgen. Er hat keine Angst, ihm ist nicht kalt und es macht im Spaß &#8211; alles in Ordnung also. Nach kurzer Zeit kommen wir dann in Menden an und laden den Sohn unserer Freundin ein. Bevor wir weiter nach Hamm fahren, wechseln wir allerdings noch die Besetzung des Beiwagens aus: Der Große nimmt im Boot platz, das haben wir schon letztes Jahr so abgesprochen und den Jüngsten möchte ich die ca. 30 Kilometer Fahrt nicht zumuten, denn auch wenn es nicht regnet &#8211; warm ist es nicht unbedingt.</p>
<p>Die Fahrt über Land gestaltet sich problemlos und nach dem ersten längeren Stück Bundesstraße, bewegen wir uns schließlich auf kleineren Landstraßen. Eine schöne Strecke für das Ural Gespann und ich hoffe der Große hat seinen Spaß. Leider mündet die schmale Landstraße dann in ein kurzes Stück Bundesstraße die Richtung Hamm führt, doch auch hier sehen wir am Straßenrand einiges Interessantes. Dann geht es wieder über die Dörfer, bis wir schließlich das Veranstaltungsgelände erreichen.</p>
<p>Nachdem wir uns ein wenig umgesehen haben und die Kinder schon einige schöne Dieselmotorräder bestaunt haben, gehen wir in der Gaststube etwas essen, um uns für den bevorstehenden Zeltaufbau zu stärken. Während die Anderen auf das Essen warten, schlendere ich nochmal über das Gelände und treffe auf alte Bekannte, die ich schon länger aus der Royal Enfield Szene kenne. Wir können unsere Zelte direkt nebenan aufschlagen, somit ist schonmal der Platz mit netten Zeltnachbarn gesichert.</p>
<p>Nach dem Essen geht es dann los: Ich parke die Ural um, während die Kinder und Steffi das Auto entladen. Dann baue ich zuerst mein Zweimann-Zelt auf, was ich inzwischen im Schlaf kann. Dann wird es etwas haariger, denn das große Zelt besteht aus einer großen Außenplane und drei einzelnen Innenzeltkabinen, was die Schwierigkeit beim Aufbauen deutlich erhöht, aber wenigstens machen wir dieses Jahr nicht den Fehler die Stangen zu verwechseln, die es nämlich in drei unterschiedlichen Längen gibt. Trotzdem zieht sich der Aufbau des Zeltes, aber irgendwann steht es und ist eingeräumt. Nur noch die Flagge der Piratenpartei wird angebracht und dann ist das Zelt bezugsfertig.</p>
<p style="text-align: center;"><a title="Unser Piratenzelt" rel="lightbox" href="http://patchwork-family-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/piratenpartei_zelt.jpg"><img style="float: left;" title="Unser Piratenzelt" src="http://patchwork-family-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/piratenpartei_zelt-150x150.jpg" alt="Unser Piratenzelt" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Während des Zeltaufbaus sitzen alle vier Kinder die meiste Zeit auf meinem Motorrad und spielen, schön zu sehen, wie gerade die beiden Jüngeren sich vorstellen, auf dem Motorrad zu fahren, sich unter der Plane des Beiwagens verstecken und solche Dinge. Dann jedoch ein kleiner Schock: Ein Schlafsack fehlt, unsere Große hat ihn vergessen, er liegt noch im Zimmer. Wir verabreden, dass sie es erstmal mit einer Decke versuchen soll, wenn es ihr zu kalt wird, soll sie zu uns kommen, dann bekommt sie meinen Schlafsack und ich werde frieren.</p>
<p>Danach sitzen wir ein wenig in den Campingstühlen und entspannen uns, ich koche auf dem alten Enders Benzinkocher eine Kaffee, bis die Kinder etwas quengelig werden. Ich rücke etwas Geld raus und sie gehen sich eine Bratwurst im Brötchen holen. Das verschafft uns etwas Ruhe, wir sind vom Zeltaufbau doch ein wenig erschöpft. Nach einiger Zeit kommen die Kinder zurück, mampfen ihre Bratwürste und fordern danach wieder Aufmerksamkeit ein. Kurzerhand werfe ich die Ural nochmal an und drehe mit den drei Jüngeren noch eine Runde. Dummerweise muss ich die ersten beiden Fahrten kurz unterbrechen, da sich bei meiner Ural durch die Vibrationen des Motors eine Schraube löst, welche den Kupplungszug fixiert. Da ich aber immer Werkzeug dabei habe ist das kein Problem und schnell behoben. Bei der dritten Fahrt hält die Schraube dann sogar.</p>
<p>Nach der wilden Fahrt dem Sonnenuntergang entgegen ist es plötzlich dunkel. So ist es im Herbst. Jeden Tag geht die Sonne rund zweieinhalb Minuten früher unter. Heute um 19 Uhr 52. Steffi und ich sitzen noch ein wenig beisammen und wünschen uns ein Lagerfeuer, während die Kinder gemeinsam herumtoben und den &#8220;Tic Tac Hügel&#8221; erkunden. Ein kleiner Erdhaufen, der wegen seines Pflanzenbewuchses laut Aussage der Kinder nach &#8220;Tic Tac&#8221; riecht.</p>
<p>Nach einer Weile ist es Zeit für&#8217;s Bett und wir bitten die Kids nun ins Zelt zu gehen. Der Kleine unserer Freundin kommt dem erstaunlich schnell nach und als Steffi einige Minuten später nach ihm sieht, stellt sie fest, dass er es gerade mal in den Schlafanzug, aber nicht mehr in den Schlafsack geschafft hat. So ist das beim Zelten: Frische Luft macht müde, warum auch immer. Auch die drei anderen sind bald in ihrem Zelt verschwunden und Steffi und ich gehen noch ein wenig in die Wirtschaft, trinken ein paar Bier. Ich quatsche noch mit einem alten Enfield Kollegen, folge aber Steffi bald ins Zelt, die sich schon kurz vorher verabschiedet hatte.</p>
<p>Im Zelt kuschele ich mich dann in meinen Schlafsack, doch kurz darauf höre ich unser Mädel flüstern, dass ihr kalt sei und sie nicht schlafen könne. Wie besprochen reiche ich ihr den Schlafsack heraus und nehme die Wolldecke in Empfang, in die ich mich wickele. Es gelingt mir einzuschlafen, doch kurz darauf wache ich wieder auf, weil ich friere: Es ist arschkalt, die Wolldecke ist für die Kälte durchlässig wie ein Sieb. Immer wieder falle ich kurz in den Schlaf, um wenig später wieder frierend zu erwachen. Ich könnte ja Steffi wecken und sie bitten, dass wir uns den Schlafsack teilen, doch aus einem mir nicht bekannten Grund mache ich das nicht. Vielleicht bin ich einfach zu Müde und zudem habe ich die Vermutung, dass in einem Schlafsack wohl kaum Platz für Zwei ist.</p>
<p>So geht es die ganze Nacht, bis Steffi kurz vor sieben aufwacht und mich fragt, ob alles okay ist. Ich erkläre ihr, dass ich ziemlich friere und die ganze Nacht nicht richtig schlafen konnte, worauf sie ihren Schlafsack öffnet und wir uns aneinander kuscheln. Endlich wird mir ein wenig wärmer und endlich kann ich einschlafen.</p>
<p>Nach ein paar Stunden erwache ich und höre die Kinder, die schon wieder auf meiner Ural herumturnen. Keine Ahnung wie lange sie schon wach sind. Um mich herum höre ich, wie Zelte abgebaut werden und Motorräder vorbeifahren, um den Rückweg anzutreten. So ist der Sonntag auf einem Motorradtreffen immer: Abreisetag.</p>
<p>Nach einer weiteren Stunde, in der ich die Wärme des Schlafsacks genieße, schäle auch ich mich in meine Klamotten und verlasse das Zelt. Bert, ebenfalls ein Bekannter aus der Enfield Szene, begrüßt mich freudig und erzählt mir, dass die Kinder wohl schon seit drei Stunden wach sind und sich eingehend mit der Ural beschäftigt haben. Zelten ist seltsam, Zuhause sind die Kinder meistens eher später als gewünscht im Bett und schlafen dafür umso länger. Beim Zelten finden sie früher als erwartet in den Schlaf und stehen dafür ziemlich früh auf. Warum ist das so?</p>
<p>Auch wir müssen irgendwann packen, denn das Wetter ist an diesem Morgen nicht sehr angenehm. In der Nacht hat es geregnet und nun ist der Himmel mit grauen Wolken verhangen und es ist kalt und klamm. Die Zelte abzubauen geht wesentlich schneller als das Aufbauen und so dauert es nicht lang, bis wir alle Sachen im Auto und in der Ural verstaut haben. Dann gibt es noch einmal kurz Theater, weil der Jüngste unbedingt mit im Beiwagen fahren will, aber bei der Kälte und der länge der Strecke geht das einfach nicht. Also nimmt der Älteste wieder im Boot platz und wir bollern los. Anfänglich zickt die Ural etwas, ich muss mir unbedingt mal den Fliehkraftversteller vornehmen, aber nach einigen Kilometern beruhigt sich die Zündung und wir kommen problemlos vorwärts.</p>
<p>Wir bringen den Kleinen unserer Freundin wieder Zuhause vorbei und trinken noch einen Kaffee. Mit dem Wetter haben wir Glück, der Himmel ist zwar ziemlich dunkel, aber es bleibt trocken. Das ist auch gut, denn auf der Rückfahrt ist mir aufgefallen, dass ich meine Regenkleidung vergessen habe. Auch auf der Heimfahrt zu unserem Haus bleibt es trocken und nachdem das Auto und die Ural entladen ist, machen wir es uns gemütlich.</p>
<p>Schön war es, für Steffi und mich etwas anstrengend, aber die Kinder hatten ihren Spaß. Ein Motorradtreffen ist ein Abenteuer und ein Diesel-Motorradtreffen noch ein größeres. Und Camping ist so oder so toll: Kein Fernseher, kein Computer, keine Spielkonsolen und viel frische Luft. Mal sehen, vielleicht schaffen wir es nächsten Sommer ja mal gemeinsam einen längeren Campingurlaub auf die Beine zu stellen. Nord- oder Ostsee würde sich da anbieten, oder ab über die Alpen zum Lago Maggiore.</p>
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