Vernetzen eines Einfamilienhauses mit kindgerechtem Internet
In der kleinen Wohnung in der wir derzeit noch leben, ist W-LAN problematisch aber ausreichend. Um die Rechner von uns und die der Kinder im neuen Haus ins Internet zu bringen, habe ich nun eine gute Alternative gefunden: D-LAN, ein Netzwerk, das über die Stromkabel realisiert wird. Zudem soll auf das Internet nur über eine Kindersicherung zugegriffen werden können, aber erstmal zum Aufbau des Netzwerkes…
Die Verwendung von D-LAN Adaptern ist denkbar einfach: Der Adapter wird in eine Steckdose gesteckt und der PC via Netzwerkkabel verbunden. Neben dem DSL Router wird ebenfalls ein Adapter installiert und dieser dann mit dem Router verbunden. Nun kann der PC im Dachgeschoss mit dem Router im Keller über eine TCP/IP Netzwerkverbindung kommunizieren und somit auch auf das Internet zugreifen.
Nach dem Lesen diverser Testberichte habe ich mich für den D-LAN Adapter von Devolo entschieden – um genauer zu sein für den “dLAN 200 AVplus”. Dieser hat den Vorteil, das er auf der Rückseite selbst noch eine Steckdose hat, wo z.B. eine Dreifachsteckdose für den PC eingesteckt werden kann. Es wird also keine Steckdose durch die Nutzung des Adapters blockiert. Zudem hat dieses Produkt von Devolo in den Testberichten sehr gut abgeschnitten und geringe Latenzen wie eine hohe Datenübertragungsrate. Einziger Nachteil ist der Preis: Das dLAN 200 AVplus StarterKit enthält 2 Adapter und kostet – wenn es günstig über das Internet bezogen wird – etwa 130 Euro. Und wir brauchen 3 Stück davon, also insgesamt 6 Adapter, was dann mit 390 Euro doch recht kostenintensiv ist. Ein popeliger W-LAN USB Stick kostet immerhin maximal 15 Euro. Allerdings möchte ich mich als Online-Gamer mit den Problemen die entstehen, wenn das W-LAN über mehrere Etagen reichen muss nicht herumschlagen. Ich will eine stabile Verbindung zum Router.
Zur Problematik des “kindgerechten Internetzugangs” habe ich mir auch bereits einige Gedanken gemacht. Das Internet ist zweifelsohne eine tolle Sache, aber es kursiert auch unglaublich viel Scheiße im Netz, die für Kinder und Jugendliche nun wirklich nicht geeignet ist. Und manchmal gelangt man beim Surfen eben auch auf solche Seiten, ohne diese bewusst aufgerufen zu haben. Aber anstatt das Internet nun komplett zu verbieten, gibt es auch andere Arten dieses Problem in den Griff zu bekommen.
Die einfachste Möglichkeit ist die direkte Kontrolle, was aber leider manchmal schwierig ist, wenn gerade etwas zu tun ist, z.B. im Haushalt, oder Dinge wie Einkaufen, etc pp. Es ist nicht möglich die ganze Zeit selbst zu überwachen, was die Kinder für Seiten ansurfen, wenn sie ihre “eine Stunde online Zeit” nutzen.
Dann gäbe es noch die Variante auf den PCs Schutzprogramme zu installieren, was aber nicht besonders gut funktioniert, leicht ausgehebelt werden kann (einfach Linux booten…) und zudem hohen Wartungsaufwand mit sich bringt. Ich werde sicherlich nicht einmal die Woche die Software von 4 PCs aktualisieren.
Eine gute Möglichkeit hingegen ist der Einsatz eines Routers, der die Möglichkeit bietet den Webzugriff anhand von bestimmten Schlüsselwörtern zu begrenzen. Einer dieser Router ist als Beispiel der WRT54GL von Linksys, der den weiteren Vorteil mitbringt, dass die Firmware ein quelloffenens Linux ist, dass sehr leicht durch ein anderes quelloffenes “Betriebssystem” auf Linux Basis ersetzen werden kann. Der Router wird damit zum kleinen Linuxserver und ist so sehr genau konfigurierbar. Der Einsatz eines Proxy-Servers, z.B. Squid, bei dem genau definieren lässt, welche Seiten von welchem Rechner nicht angesurft werden dürfen wäre hier kein Problem.
Die letzte Variante die ich sehe, ist der Einsatz eines DNS Server (DNS = Domain Name System, löst URL’s in Ziel IP Adressen auf), der die bedenklichen Seiten ins Nirvana leitet. Ein solcher und zudem noch kostenloser Service ist OpenDNS. Der DNS Server wird im Internetrouter hinterlegt, die Nutzung von anderen DNS Servern verboten und dann im OpenDNS Account eingestellt, welche Inhalte nicht verfügbar sein sollen. Damit der DNS Server allerdings nicht einfach durch einen gewitzen und des googelns mächtigen Jugendlichen umgangen werden kann, wird ein leistungsfähiger Router benötigt, weswegen ich mich dazu entschlossen habe die beiden letzten genannten Möglichkeiten zu kombinieren. Der WRT54GL kostet bei Amazon 54 Euro und hat allgemein sehr gute Kritiken bekommen.
Ich würde dann auf dem Router die offene Firmware DD-WRT als Betriebssystem installieren, allgemeine Schlüsselwortfilter vergeben und zusätzlich den Nameserver von OpenDNS einsetzen. Dies sollte eine gute Lösung sein, um das Internet so gut zu filtern, dass wir nicht ständig aufpassen müssen. Zwar dürfen alle Drei täglich nur maximal eine Stunde online sein, aber wann sie diese Stunde nehmen ist ihnen überlassen. Wir haben also gar nicht immer Zeit dabeizusitzen, außer beim Jüngsten.
Ich hoffe dieser Beitrag war jetzt nicht zu technisch, aber das Thema dürfte sicherlich auch für andere Erziehende interessant sein. Deswegen werde ich auch weiter darüber berichten, wenn wir das Netzwerk im neuen Haus eingerichtet haben, wenn es keinen stört.
Falls jetzt ein Datenschützer denken mag, dass ich für die Zensur des Internets bin, ein klares NEIN. Ich bin absolut gegen Zensur im Internet, weil ich der Meinung bin, dass seine gesunde Gesellschaft mit solchen Dingen klarkommt, aber ich bin auch Erwachsen und weiß die Dinge einzuschätzen und zu beurteilen. Und ich kann auch viel klarer entscheiden, was ich garantiert nicht ansurfen werde.
Kinder und Jugendliche sind Schutzbedürftige, das sollte nicht vergessen werden. Und hier bin ich absolut dafür, das Internet zu filtern. Oder setzt sich sich einer der Bedenkenträger etwa zusammen mit seinem Sohn ins Wohnzimmer und zieht sich einen Hardcore Streifen rein? Wohl kaum. Und eben dieser Hardcore Streifen ist im Internet leider nur ein Eingabefeld weit weg.
Ich muss das leider so hart klar stellen, weil ich in einem Internet-Forum, wo es genau um das Thema “Einrichten von Content-Filtern für die eigenen Kinder” ging, einen Beitrag lesen musste, in dem sich einer dieser weltfremden Menschen darüber ereiferte, dass Kinder auch ein Recht auf den freien Zugang zu Informationen hätten.
Und ich dachte Laissez-faire wäre endlich und schon lange aus der Mode…


